Beschreibung der alten Technik
nach der Schrift des Mönches Theophilus. 1 )
^•plÄevor wir nun mit der heute üblichen Herstellungsweise der Glas-malereien beginnen, wollen wir einen kurzen Rückblick werfen“’f 0 auf die Schrift des Mönches Theophilus. Seiner Beschreibungnach war der Glasmaler der ältesten Zeit zugleich sein eigener Glas-macher, Glasfarbenbereiter, Kartonzeichner und Glaser. Er erzeugtesich die farbigen Hüttengläser selbst; dann begann er seine Arbeitdamit, dass er [sich eine hölzerne Tafel in der Höhe und Breite des
beabsichtigten Fenstersmachte; über deren ganzeFläche hin schabte erKreide, feuchtete diesemit Wasser an und strichsie mit einem Lappennach allen Richtungenhin aus. Sobald die Tafeltrocken war, entwarf erdarauf die Bilder mit Blei,Zinn, rother oder schwar-zer Farbe in den Kon-turen. Die verschiedenenFarben, welche er deneinzelnen Theilen desBildes, den Gewändernusw. zu geben gedachte,deutete er mit Buchstaben
Musivische, farbige Teppiche aus dem'iChor der ehemaligenKlosterkirche zu Königsfelden in der Schweiz (Mitte des14. Jahrhunderts). Nach Kolb.
x ) Nach Albert Ilg ist Theophilus presbyter ein Mönch Rogkerus, der Endedes 12. Jahrhunderts in dem Benediktinerkloster Helmershausen a. d. Diemel alsGoldschmied^ thätig war. jedoch auch hierüber sowie über das* Alter der Schriftgehen die Meinungen weit auseinander. Näheres im geschichtlichen Theil.