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1 (1892) Die Technik der Glasmalerei
Entstehung
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an. Auf die durch diese Konturlinien gebildeten Felder seines hölzernenKartons legte er etwas umfangreichere, den angedeuteten Farben ent-sprechende Gläser und fuhr auf diesen die durchschimmernden Umrissemit weisser Ivreidefarbe nach. Die Pinsel machte er sich selbst ausMarder-, Katzen-, Ziegenbart- oder Eselshaaren. War ein Glas seinerDicke oder hohen Farbe wegen nicht völlig durchsichtig, so nahm erzuerst ein weisses, zeichnete die Umrisse auf dieses durch, legte danndas minder durchsichtige farbige darüber, hielt beide Gläser gegen daslacht und machte so das Uebertragen der Umrisse aut das dunkleremöglich. Diesen Umrissen nach schnitt er die Gläser mit dem glühendenEisen aus, glättete die Ränder mit dem Riefeleisen und setzte dann dieeinzelnen Stücke behufs des Malens zusammen. Er kannte dazu nur eineFarbe, eine Art Schwarzlothaus Kupferasche mit grünemund blauem Bleiglas; damitfuhr er die inneren Konturenseines Kartons nach. DieSchatten gab er durch sorg-fältige lineäre Schraffirung mitSchwarzloth); wo er Lichthaben wollte, Hess er das Glasdurchsichtig. Nach Gutdünkenbrachte er auf Gewändern undHintergründen damastartigeVerzierungen in folgenderWeise an. Man grundirte dasGlas leicht mit Schwarzlothund nahm mit dem Radirhölz-chen so viel von dem Grundewieder hinweg, dass die dadurch erscheinenden lichten Stellen allerlei Ara-besken darstellten. Theophil verlangt weisse Hintergründe, wenn dieFiguren blau, grün, purpurn oder roth gekleidet sind, dagegen rühmt erdie Gewänder von leuchtendem Weiss, wenn der Grund blau, grün oderroth war. Gelb will er weniger zu Gewändern als zu Kronen undüberhaupt Gegenständen von Gold gebraucht wissen; zur Einfassungdes ganzen Bildes empfiehlt er Blumen, Aeste, Laub, Bänder, in Schwarz-loth und der vorbeschriebenen Radirmanier ausgeführt. Auf Gewand-säume, Kreuze, Bücher usw. lässt er farbige Glaspasten als Edelsteineaufschmelzen, und wo eine Schrift anzubringen, sollte die ganze Stelle

') Cum feceris tractus in vestimentis ex colore praedicto, sparge eum cumpincello ila ut vitrum fiat perspicax in ea parte, qua luminain facere consuevisti inpictura et idem tractus in una parte sit densus, in altera levis, atque levior cum tantadiligentia discretus, quasi videantur tres colores appositi. Cap. XX de coloribus tribusad lumina in vitro.

Friihgothisches Gruppenfenster'aus der Kirchezu Künigsfelden.

(Denkmäler des Hauses Habsburg in der Schweiz)

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