50
Zu eben der Zeit, wo zwischen den Bischöfenund den Hospitalitern jener ärgerliche Streit nochfvrtdauerte, haben die Templer durch eine niedrigeHandlung 'den Glanz ihres Ruhmes verdunkelt undihre Geschichte vom Jahre 1155 mit ewiger Schmachbefleckt, indcnri'fre zeigten, daß ihnen Geld höherstehe, als die Erfüllung ihrer heiligsten Pflichten.
Als nämlich Nasircddin, Sohn des Veziers Abbas,ein tapferer, bei den Sarazenen sehr geachteter Mannmit unermeßlicher Beute in ihre Gefangenschaft ge-rathcn war, verkauften sic ihn trotz dem, daß erdie christlichen Glaubenslehren mit großem Flrißeund inniger Überzeugung erlernt hatte, auf die ver-ruchteste Weise seinen und seines Vaters Feindenfür 60,000 Goldstücke, und sahen es an, daß er,in einen eisernen Käsig gesperrt, auf einem Kameelenach Ägypten hinweggeführt wurde, wo er unterden grausamsten Martern seinen Geist aufgab.
Die Christen verabscheuten diese That nichtminder als die Heiden und betrachteten die Un-glücksfälle der folgenden Jahre als Gottes gerechteStrafe. l
Der Khalif Nureddin erneuerte im Jahre 1157den Krieg wider die Christen mit großer Heftigkeit.Nun gaben auch die Johanniter einen redenden 'Beweis, daß sie den Beistand ihres Schwertes —wenn auch nicht immer, doch von Zeit zu Zeit —nur gegen Belohnungen und willkürliche Preise ge-währten. So weigerten sie sich in diesem Falle,die Vcrtheidigung von Paneas zu übernehmen, be-vor der Connctable Honfcoy von Thoron, dem dieseStadt eigenthümlich zugehörte, sich verbindlich ge- ,macht hatte, Herrschaft und Einkünfte mit ihnen ^zu theilen.