Den Tempelherren und Johannitern vereintübergab Balduin im I. 1127 mehre der bedeu-tendsten Landcsfestungen und Güter zur Bewachung,und im Jahre 1130 dehnte er sein Vertrauen ge-gen Letztere so weit aus, daß er vor seinem Hcec-zugc nach Antiochien selbst die Zügel der Regie-rung seines Königreiches in die Hände des weisenHospitalmcisters nicdcrlegte.
Balduin 11. überlebte die glücklicheren Zeitendes siegreichen Frankcnvolkes nicht lange. Ein plötz-licher Tod machte seinem vielbewegtcn Leben einEnde, und öffnete seinem Nachfolger, dem tapfernFulko von Anjou die Bahn zum Purpur. Mitdem Tode dieses Fürsten schienen Palästinas Blü-tentage sich ihrem Untergange entgegen zu neigen.Vergebens bot König Fulko alle seine Kräfte ans,um die Gewitterwolken zu zerstreuen, die sich überJerusalems Mauern zusammenzogcn. Von allenSeiten drohten Araber, Sarazenen oder Turko-manen.
Askalon war in Hinsicht auf diesen letzterenFeind der Schlüssel zu dem Herzen von Palästina.Hier vereinigten sich die Nerven der khalisischenMacht. Hier war der Sammelplatz der tapferstenMoslims, die Pflanzschule des sarazenischen Hee-res. Alles übte sich hier in den Waffen. Schondie zarte Jugend lernte frühzeitig die Christen mitHaß und Grausamkeit verfolgen. Schaarenweisezogen die Einwohner ins offene Feld, lagerten sichim Hinterhalte und überfielen die abendländischenPilgrime, welche über Jaffa nach Jerusalem woll-ten. Gegen diese Angriffe wußte der König keinbesseres Mittel, als die Mauern der Stadt Versebawiederherzustellen, um dem Reiche von dieser Seite