Druckschrift 
2 (1832) Geschichte des Johanniter-Ordens
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

28

der Ahnenprobe acht Ahnen Nachweisen, d. h. je viervon väterlicher und mütterlicher Seite. Die fran-zösische Zunge behielt diese Anordnung auch bis zu-letzt bei, die spanische und italienische aber, welcheletztere sonst 200 Jahre des Adelstandes haben will,bewiesen nur 4 Ahnen, da hingegen die deutscheZunge besonders in der spateren Zeit zum Gesetzemachte, deren statt acht sechszehn mit Helm undSchild erst als vollgültige Probe anzunehmen.

Außer den Kapellanen oder Priestern (Viavoniet LubcUavoni), deren es auch zweierlei, nämlichOonventu.-lli und (l'Obetliennin gab, und den die-nenden Brüdern oder k>a-8srventi hat der Ordenauch Oavalieri lli (levotione, d. h. solche Personenzu Rittern angenommen, welche weltlichen Stan-des, aber von hohem, meist fürstlichem Range wa-ren und die Erlaubniß hatten, um den Hals eingüldenes und auf dem Mantel ein leinenes Kren;zu tragen gleich den regulären Ordensbrüdern.

Ferner hatte der Orden sogenannte Donaten(vonsti) oder Halbkrcuze, Männer von gutem undchristlichem Lebenswandel, welche zwar das Gelübdeablegen, dem Orden hold, treu und gewärtig zusein, aber dennoch weltlich bleiben. Sie wurdenden Servienten des Ordens gleich geachtet, vor Zei-ten selbst in die Zungen ausgenommen, und meistals Herbergs-Verweser angestellt, durften aber zumUnterschiede von den eigentlichen Ordensbrüdern nurein halbes Kreuz tragen, d. i. ein solches, wo deroberste Flügel fehlt. Die Großwürdenträger, alsdie Zungenhäupter, Priore, Bailli's und späterhinder Bischof von Malta trugen ein goldenes, ziem-lich großes Kreuz an dem Halse, und das vonLeinwand auf der Brust.