ter aller Armen, Kranken und Verlassenen von ganzJerusalem, der ehrwürdige Gerhard neigte seingraues Haupt, wie die reife Ähre von der Fülleihrer eigenen Last, und die Thränen der Dankbar-keit folgten dem Edlen in die stille Wohnung desewigen Friedens.
Ray mund du Puy.
1118 — 1160 .
Als die Hospitaliter ihrem Vorsteher die letzteEhre erwiesen, kannten sie kein heiligeres Geschäft,als nach dem Wunsche des Papstes an dessen Stelleeinen Nachfolger zu wählen. Einstimmig nanntenAlle Ray mund du Puy (IRvneundus de ?o-dio), aus der Dauphin« gebürtig, als den Wür-digsten zum neuen Amte.
Mit diesem Manne, der sich gleich zu Anfangseiner Regierung einen „Knecht der Armen Je-su Christi und Meister des Hospitals zuJerusalem" nannte, hebt eine neue Epoche inder Geschichte des Johanniterordens an. Bisherhatte dieser still und ruhig in glücklicher Abgeschie-denheit nur dem Wohlthun und der Tugend derBarmherzigkeit gelebt. Raymund du Puy aber faßteden Entschluß, den Vorzug der Tapferkeit, mit dem-jenigen der christlichen Milde zu verbinden. Miteinem Male veränderte sich nun die Scene. Einekühne Männerschaac, zu Schutz und Trutz ge-rüstet, erscheint auf dem Schauplatze der für dasHöchste begeisterten Christenheit. Der stille Kran-kenwärter vertauscht seinen Klosterhabit mit demPanzer und Helme des Ritters, der friedliche Mönch