6o Geschichte der Kreuzzüge. Buch IV. Kap. I.
3 . Versöhnung mit dem Kaiser mehr zu erschweren, als zuerleichtern trachte. Denn der König wie die andern Fürstenin Syrien mißgönnten ihm, als einem Manne von nicht fürst-lichem Geblüte, den Besitz des Fürsteiithums Antiochien,und trachteten vielleicht selbst nach diesem Lande. Diese Lagevermochte den Fürsten Rainald zu Schritten, wodurch ernickt nur auf sich unvertilgbarcn Schimpf und selbst dieVerachtung der Griechen lud, sondern die ganze Abend-ländische Ritterschaft schändete. Nachdem die Versuche,durch demüthige Gesandtschaften und die Fürsprache einigerdurch Schmeichelei) gewonnener Griechischen Höflinge, Ver-zeihung von dem Kaiser Manuel zu erlangen mißlun-gen waren: so begab er sich mit dem Bischofs- Gerhard vonLaodicea und einigen seiner Hausritter nach Mamistra inCilicien, wo das Kaiserliche Lager war, und unterwarf sichdort mit seiner Begleitung der schimpflichsten Abbitte. DerFürst, der Bischoffund die hoffärtigen Ritter aus Antio-chien zogen durch die Straßen der Stadt Mamistra zurkaiserlichen Herberge in solchem Aufzuge: Ihre Häupter
und Füße waren entblößt, die Aerme bedeckt mit wollenenErmcln, welche nur bis zum Ellbogen reichten, um denHals ein Strick, der Fürst Rainald trug außerdem ein ent-blößtes Schwert. Als sie des kaiserlichen Thrones, welcherin der kaiserlichen Wohnung errichtet war, ansichtig wur-den, stand der ganze Zug still, alle fielen auf die Knie underbaten mit den demüthigsten Eebehrden die Erlaubniß des
91) „Okrenra xriu»kamiliLririm Domini. ImxersrorisxrLiiL <ini verdi Inizns inrer-prere» äiscnrredLnt." 'Wild.
Oer Kaiser wieS, nach der ErzählungdeS CinnamuS, selbst das Anerbietendes Fürsten Raimund zurück, dieBurg von Anriochien den kaiserlichenTruppen zu räumen.