Druckschrift 
7 (1823)
Entstehung
Seite
139
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sachen klar zu scheu vermochte, mußte hierbei sehr besorgt wer-de». Man bemerkte, wie, den allzuentblösiten Intervallen zwi-schen Aspern und Eßling gegenüber, der Kamm der den Feind de-ckenden Hohen mit Kanonen, mit Kavallcricmaffen und tiefen In-s.intcrickvlonnen beseht wurde. Diese furchtbaren Anrüsmngcn be-drohten den leeren Raum zwischen den Corps von Lannes undMaßen« und dem kürzesten Weg nach unfern Brücken. Ein rechtlebhafter Angriff des Erzherzogs mit seinen Reserven und den müs-sigen Truppen seiner Schlachtlinic konnte in wenigen Minuten dasVerderben der ganzen Armee herbeisühren. Schon waren seineMasse» in geringer Schußweite von unsrer Linie; aber zum Glückeverlor der Feind die Zeit, welche er zu einer recht kräftigen Actionanwendcn sollte, mit Untersuchungen und präparatorischen Bewe-gungen. Napoleon siebt jene schreckliche Gefahr und dirigirt schnellalles was er nur von der großtenlheils demoutirtrn Artillerie dis-ponibel findet, nach dem Ccntrum hin; läßt nach den Flankender Oesterreichischcn Massen einige schon ganz ermattete Truppenvorrücken und befiehlt Bcssicrcs mit der Kavallerie einzuhauen,nicht um einen Sieg zu erringen, sondern um die Armee zu ret-ten. Dieser muß sich blindlings auf die Colonnc losstürzen, umsie auszuhaltcn, muß eine That der treuesten Ergebenheit vollbrin-gen. Wir hatten hinter unscrm Ccntrum nur eine einzige Infan-tcriercscrve — allerdings die alte Garde, jene Hcldenelite, welchelange Zeit sich dem Feinde nur zeigen durfte, um die größten An-strengungen desselben zu lahmen.

„Vessiercs greift, obschon seine Kavallerie sehr viel verlorenhat, dennoch mit der größten Kühnheit an und überwältigt dieSpitze der Cvlonne. Das ist genug, um den unentschlossenen Feindzurückznhalten. Von diesem Augenblicke an ist das Loos dieses Ta-ges entschieden und Napoleon kann die Nacht erwarten, um seinenRückzug zu vollbringen. Er nähert sich der kleinen Brücke, um selbstüber die Vorbereitungen Aufsicht zu führen und die nothwcndig ge-wordenen Anordnungen zu treffen.

„Der Tag gieng zu Ende — Es war in der That hohe Zeit,denn unsre Munition war verschossen. Es fehlte der Artillerie undder Infanterie schon an Ladung und Patronen und die Commnni-eation mir den Reservcparks war nnrerorochen, der größte Theilunserer Artillcriepiccen beschädigt nno die Pferde der Bespannunglangst schon gefallen. Man harte sich genöthigt gesehen, das Feuernzu vermindern, indessen der Feind das jeurige mit einer schrc-.ba-rc» aufreibenden Artillerie unaushöuich sortsetzte. Er erneuerte