Druckschrift 
7 (1823)
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

prachtvollste Hof; unsre Prinzen spielten dabei die Herren, indesscn der arme Ehnrsnrst sich in der Dunkelheit der Menge verlor, -so daß jemand einst auf gar scherzhafte Weise, die entweder sehr ,naive, oder sehr geistreiche Bemerkung inachte, daß, in dem gro- !ßen Gewichte seines Schlosses, er der einzige Fremde sei. -

„Bei großen Feierlichkeiten war dann und wann öffentlich! tGala, wobei man den vvrnchmern Einwohnern erlaubte, um die !offne Tafel hcrumzugehc». Wie stolz waren wir doch damals,wenn wir sahen, wie sehr man die schöne Haltung und das rin«- illichc Auffehn von Monseigneur, dem Grasen von Artois, beivnn- -derte, wenn uns kund wurde, wie man den Kenntnissen und dem zVerstände von Monsieur Gerechtigkeit wiederfahren ließ. Es >oar smerkwürdig, in welchem Grade wir die Wichtigkeit und denGlanz unserer Monarchie, besonders das Ansehen des GelneierSund den hohen Rang unserer Prinzen, gleichsam mir fortgenom-rnen zu habe» schienen. Sr. Majcstät der Konig, so sagtenwir gar vornehm in den deutschen Gcsellschafften, wenn wir vondem Könige von Frankreich sprachen — denn dies war, unstickMeinung nach, der ihm ausschließlich vor andern in ganz Europagebührende Titel. Dar Abbe Maurp, den wir anfangs mit gro-ssem Jubel unter uns ausgenommen hatten, der aber im Vorbei-gehen gesagt, bald sehr bei uns verlor, hatte, wie er uns ver-sicherte, cndcckr, daß dies! ein ihm zukommendcs Vorrecht sei.Braucht man noch größere Beweise von Uibcrtreibung?

„Als es uns späterhin sehr schlecht erging und unsre Sacheschon ganz verloren war, bat ein Oestreichischcr Staabe-Offizier,der wichtige Depeschen an den Hof von London bringen sollte,einige von uns, mit denen er vorhin auf dem Eontinentc in Ver-bindung gestanden hatte, zu sich zu Tisch. Gegen Ende desMahls, als man anfing offenherziger zu werden, kam man a»spolitische Gegenstände und da ließ er denn etwas davon falle»,daß bei seiner Abreise von Wien man viel von einer Verbindungzwischen Madame (der jetzigen Herzogin von Angoulcme) und demErzherzog Karl, der damals einen großen Ruf erlangt hatte, ge-sprochen habe. — „DaS ist unmöglich! bemerkte einer der fran-zösischen Gäste, mit großer Lebhaftigkeit" Wie so denn? —Weil das keine schickliche Verbindung für Madame senn wurde, —-Was? rief der Oestrcichcr aus vollem Halse, Sr. König!. Hoheitder Herr Erzherzog Karl kein schicklicher Gemahl für Ihre Prin-zessin? — Nein, mein Herr! in der Lhat, das wäre nur so eineArt von Garnison-Heirath für sie."