Druckschrift 
7 (1823)
Entstehung
Seite
59
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„Uibrigens kamen diese großen Ansprüche von unserer Erzie-hung her. Sie waren unser Nationalgesühl geworden und unsrePrinzen nicht davon ausgenommen. Die Brüder unsres Königsoerschinäbeten den Titel; königlich',: Hoheit. Sie verlangten jedenregierenden Herrn in Briefen, mein Bruder zu nennen, und sowar cs mit allen Uibrigcn. Auch war die Klage über unsre Ver-sailler Sitten und die Ansprüche unserer Prinzen, in Europaallgemein.

„Gustav der M. sagte uns in Aachen. „Ihr Versailles Hof„war nicht umgänglich, sein Hochmuth und sein spöttischer Ton„waren doch wirklich etwas zu stark. Man bat mich kaum ange-sehen, als ich dort war und wie ich fort ging, nahm ich die„Ehrentitel: Pln m p h echt undDu m mkops mit."

„Die Herzogin von Eumberland, die an den Bruder des Kö-nigs von England vermählt war, beklagte sich zu derselben Zeit»ad an dem nämlichen Orte, daß die Prinzessin von Lamballe ihr»icht einmal die Ehre zugestehen wollte, vor ihr beide Thürflügelöffnen zu lassen.

„Der alte .Herzog von Glocester beschwerte sich späterhin zuLondon seinerseits über einen unserer Prinzen von Geblüt, der,ale der Prinz von Wallis, welcher darüber sehr gelacht habe, ihnMonseigneur genannt hätte, ängstlich beflissen gewesen wäre,seine Reden so zu drehen und zu wenden, daß er ihn nicht wiederso zu benenne» gebraucht.

„Bei den neuern Verhältnissen hatten jedoch unsre Prinzendie Gnade, ihr Benehmen zu ändern, und sich den Prinzendes Auslandes herablassend gleichznstellen. Sie befanden sichdamals bei dem Chnrfursten von Trier, einem Prinzen vonSachsen, dem Bruder ihrer Mutter, den wir, im Vorbeigehengesagt, anfzehrtcn und der späterhin um unsertwillen sein Landcingebüßt hat- Sic waren so gnädig ihn Onclc, und erlaubtenihm sie Nevcu zu nennen, ja man will wissen, daß er eines Tageszu ihnen gesagt habe: „Nur Ihrem Unglück verdanke ich alle diese„zärtlichen Benennungen. In Versailles wäre ich für Sie wohl„nur der Herr Abbs gewesen. Es ist nicht so recht gewiß, ob„sie mich alle Tage vorgelasscn hätten." Man fügte hinzu, daßer sehr recht habe, und daß der Graf von der Lausitz, sein Bru-der, dort traurige Erfahrungen dieser Art gemacht hätte.

In der Ordnung brachten die Prinzen ihre Abende in Gesell-schaft ihrer besonder:! Vertäuten zu. Der eine war meistentpeilsbei Frau von Polastron, mir welcher er auf einem Fuße lebte, denseine Beständigkeit und sein Betragen achtnngswerth machte. Oft,