Druckschrift 
5 (1823)
Entstehung
Seite
52
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Kaiser, bei ihm gewesen — und wir vernahmen nun das Nähn^über diese Zusammenkünfte.

Nach der Rückkehr war der Gouverneur sehr übel zu spreche»und beklagte sich höchlich über die böse Laune des Kaisers. D»er sich auf seinen eigenen Ditz nicht sehr verlassen konnte, sohabe er seine Zuflucht zu dem Abb-; de Pradt genommen, deffe,Werk uns eben jetzt gegenwärtig war. Mit diesem hatte er gesagt:„Napoleon habe sich nicht begnügt, M) ein eignes Frankreich, ei»eignes Spanien, ein eignes Polen zu schaffen; er wolle sich auchnoch ein eignes St. Helena nach seiner Phantasikbilden." Der Kaiser konnte sich nicht des Lachens enthalten.

Wir fuhren nun in der Kalesche spazieren und als wir wieder heim-kehrten, gicng der Kaiser ins Bad. Er licS mich rufen, sagte, dijer erst um'9 Uhr diniren würde und Ich ihm jetzt Gesellschaftleisten solle. ^

Er kam immer wieder auf die Scene des heutigen Tages zurück^auf die abscheuliche Behandlung, die er erdulden muß, aus den Haß,!der sie gebietet und die Grobheit, womit sie ausgeübt wird. Nach-dem er hierauf einige Minuten geschwiegen und nachgedacht hatte,entfielen ihm abermals die schon oft ausgesprochenen Worte: „MckFreund! sie werden mich hier umbringen! daS ist gewiß! (Welchem;gräßliche Prophezeiung!)

Um halb 11 Uhr entlieS er mich.

Freitags, den 17. Mai.

2ch war wahrend der ganzen Nacht sehr krank. Der Kaiftkfrühstückte im Garten und lies mich dazu einladen. Er war ebenfallstraurig und niedergeschlagen, befand sich auch gar nicht wohl. Nachdem Frühstück gicngen wir lange im Garten umher. Er sprach keinWort. Die Hitze zwang ihn gegen 1 Uhr ins Haus zu gehen. Erbedauerte sehr, keine Schattcnparthiccn zu haben.

Um 4 Uhr lieü er fragen, ob ich noch krank sey, er kam vomSpazierensahren in der Kalesche zurück, wobei ich ihn nicht hatte be-gleiten können. Ich gieng dann mit ihm und dem Großmarschall b!Shalb 6 Uhr spazieren. Noch immer war er traurig, gleichgültig mi-zerstreut. Bertrand mußte von seinem Aufenthalte in Konstantinopiiim 2ahr 1796 , von seiner Reise nach Athen und seiner Rückkehrdurch Albanien erzählen. Es war dabei häufig Frage vom Selim lil,seinen Verbesserungen, dem Baron von Tott u. s. w. Alles das warhöchst merkwürdig — aber unglücklicher Weise finde ick in meinemManuskript nur Andeutungen und mein Gedächtnis? versagt mir jetzlden Dienst, sie zu entziffern.