Druckschrift 
5 (1823)
Entstehung
Seite
42
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Wohlwollen, Zuneigung stiegen bei einigen bis zum Enthusiasmus.Ich will hier nur von einem Unterzeichner in der Provinz spreche»,der, ohne mich zu kennen, zurückschrieb und mich dringend bm,mein Bild vor dem Werke in Kupfer stechen zu lassen, indem eisich, wenn ichö erlaubte, die Hälfte der Kosten zu tragen erb«!.Noch ein andrer, der Eigentümer des schönen Schlosses Mm.moreney, kam jede Woche zu mir, um, unter dem Vorwände,nachznsehcn, ob nicht ein neuer Bogen erschienen sei, wie er sichausdrückte, seine glücklichsten Stunden mit mir zu verleben, indemer hinzufügte, daß, wenn ich Lust hatte, meine Unterhaltungen uiiemeine Bogen mir bezahlen zu lassen, es nur von mir abhänge»würde, ihn zu Grunde zu richten. Ich erfuhr seitdem, daß dichtein ganz sonderbarer Mann, ein wahrer Charakter für Labruym,ganz und gar s i-> war. Lange erschöpfte er sich m!i

gegenüber auf die zarteste Weise in Anerbietungen aller Art, scMtn väterlichen Verlockungen. Herr Lesage, sagte er mir mehr alteinmal, Sie sollten sich verhcirathen, Sie würden eine Frau undnoch viel mehr einen Schwiegervater glücklich machen. Nun besaßer aber bloö eine einzige Tochter und war sehr reich dazu. End-lieh verlor ich ihn aus dem Gesichte und erst lange Zeit nachher,bei einer Landpartie mit Damen meiner Bekanntschaft, rief mitihn der Anblick des Schlosses Montmorency, dessen Eigenthüm«er war, ins Gcdachtniß zurück. Ich erzählte meine Geschichte;unsre Neugier wuchs dabei und so bekamen wir Lust, diesen -vnzu besuchen. Man wollte uns nicht einlasscn. War denn duHerr nicht da? Nein, im Gegenteil, eben weil er da war. 2chsagte ja eben, daß er ein sonderbarer Kauz gewesen; er hatte sichin seine Wohnung cingcmauert und gänzlich unzugänglich gemachtMit vieler Mühe setzte ich durch, daß man ihm den Namen Lesaginannte. Dies wirkte magisch und auf der Stelle. Schnell warddie Beleidigung gegen einen eleganten Wagen und eine reiche Livreewieder gut gemacht. Die Pforten öffneten sich zum großen Stau-nen besonders derer, die sie bewachten. Es war Befehl gegeben,uns alles zu zeigen, alles anzubicten. Wir hatten Vorräte »ueinem kleinen ländlichen Abendessen mitgenommen, aber es war aujder Stelle ein köstliches Diner vorgerichtet, das wir !m Guten oderBösen in einem schönen Saale von Scucco einnchmen mußten.Und alles das geschah ohne allen Eigennutz, denn der arme Greitwar durch die Gicht an sein Zimmer gefesselt. Als er mich wiedersah, bezeugte er außerordentliche Freude. Es war gleichsam fürihn die Rückkehr deS verlornen Sohnes. Er wollte durchaus auchmeine Gefährten sehen, und lies sich mühsam zu uns führen, umbeim Nachtisch die Honneurö zu machen. Das uns aber üb«