Druckschrift 
5 (1823)
Entstehung
Seite
16
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hart dafür gestraft worden sind und eS vielleicht zu bereuen habe,,werden. — Sie hatten ein besseres Loos verdient! —"

Heute hac der Kaiser mit unö dinirt; wir hatten das langeZeit entbehrt. Nach dem Essen las er uns Claudine, die Novelfivon Florian vor, und einige Bruchstücke aus Paul und Dirginie,welches Buch er, wegen mancher Erinnerungen aus seiner Jugend-zeit, sehr liebt.

DaS Transportschiff Adamante ist angckommcn. Es hatte dieInsel verfehlt und gehörte zu einem Convoi, dessen übrige Fahr-zeuge schon säst seit einem Monat cingelauscn sind. Auf diesenSchiffen befand sich der berühmte Pallast von Holz, womit alleEnglische und vielleicht alle Zeitungen von ganz Europa angefüllksind. Sie brachten zugleich die kostbaren Meubeln, die glänzendenEffecten, von denen eben diese Zeitungen so viel gesprochen haben.Der Holzpallast war nichts als eine Anzahl roher Bretcr, womitman hier nichts anfangen kann und die, um zweckmäßig angewcn-dec zu werden, einen Zeitraum von mehrcrn Jahren crfodern wür-den. Mit den übrigen Dingen ist cs eben so. Das Ausposau-ncn, der Pomp und die Pracht war mithin für Europa; daSWahre und Erbärmliche ist sür Sanct Helena.

Dienstag am 7ten Mai.

Der Gouverneur kam um 4 Uhr, durchgieng unsre Wohnungen,fragte aber nach niemand von uns. Seine üble Laune nimmt sicht-bar zu. Seine Manieren werden wild und grob.

Um 5 Uhr ließ mich der Kaiser zu sich rufen; der Groß-Marschall war schon lange bei ihm. Als dieser weggegangen war,sprachen wir über Literatur. Wir musterten alle epischen Gedichteder alcen und der neuern Zeit. Er blieb bei der Iliadc stehen,nahm einen Band derselben vor und las mehrere Gesänge laut.Sie gefällt ihm ungemein. „Sie ist, sagte er, wie die Genesisund die Bibel das Zeichen und das Unterpfand der Zeit. Homerwar bei seiner Schöpfung Dichter, Redner, Geschichtschreiber, Ge-setzgeber, Geograph, Theolog — er war der Encyclopädist seinesZeitalters."

Der Kaiser hielt Homer sür unnachahmlich. Pater Hardouinhac eS gewagt, dieses heilige Alterthum anzutasten und zu behaup-ten, daß es von einem Mönch des loten Jahrhunderts herrühre.Das war eine Dummheit, sagte Napoleon. Uebrigens, fügte erhinzu, sei er nie von den Schönheiten dieses Werks so ergriffengewesen, als jezt, und die Empfindungen, welche es in ihm erweck-te, wären ihm der sicherste Beweis von der Richtigkeit deö all-