niemand sehen wellte. Wir wußten außerhalb nicht, was drinnenbei ihm vorgicng. Mich lieS er so zu sagen heimlich zu sich rufenund ich trat Abends um 6 Uhr bei ihm ein.
Als ich ihm von Neuem unsere Unruhe und den Kummerausdrückte, ihn so eingesperrt zu sehen, sagte er, wie er es rechtwohl vertrage; aber die Tage wären lang und die Nächte nochlanger. Er hatte den ganzen Tag über nichts gethan und war,wie er sagte, von übler Laune gewesen. Noch jetzt war er still,düster, niedergedrückt. Er setzte sich ins Bad; ich blieb bei ihmund verlies ihn nur, als er sich abcrocknen wollte. Den Abendbeschloß er dann unter Gesprächen und Erzählungen von größtemInteresse — — — — — — — — — — ')
Sonnabend, den 4. Mal.
Noch immer gieng der Kaiser nicht aus. Er hatte jedoch ge«sagt, daß er um 4 Uhr ansreiten wolle; aber der Regen warschuld, daß er seinen Vorsatz nicht ausführen konnte. Er nahmden Großmarschall an.
Um 9 Uhr lies er mich rufen, um mit ihm zu diniren. Ererzählte, der Gouverneur sei bei dem Großmarschall gewesen undlänger als eine Stunde bei ihm geblieben. Er habe eine rechtpeinliche, oft selbst beleidigende Unterhaltung mit ihm gehabt. DerGouverneur habe mit übler Laune von verschiedenen Gegenständengesprochen und dabei oft selbst die Höflichkeit verletzt, sei jedochüber alles leicht weggegangen und zu keinem Resultat gekommen.Immer habe es aber geschienen, als ob er uns vorwersen wolle,daß wir uns viel und ohne Grund beklagten — und dabei habeer behauptet, daß wir uns sehr wohl befinden und zufrieden seynmüßten, daß es aber das Ansehen gewinne, als ob wir ganz son»derbarer Weise über unsre Personen und unsre Verhältnisse im Ir»thum wären u. s. w. Daß übrigens — wenigstens war cs soverstanden worden — er an jedem Tage durch ein untrüglichesZeugniß versichert seyn wolle, daß der Kaiser lebe und gegen«wärtig sey.
-Ohne allen Zweifel war dieser letztere Punkt die eigentlicheUrsache von dessen übler Laune und Unruhe. Mehrere Tage wa«ren verstrichen, ohne daß er von seinen-Offizieren und Spionen et«was erfahren hatte. Der Kaiser war nicht ausgegangen und nie»mand bemerkt worden, den er vor sich gelassen hätte.
Aber wie wird er das nun anfangcn? — DaS war es, wasuns sehr beunruhigte. Der Kaiser würde, und hätte dabei sein
') Fehlende Stelle im Original.