Leben auf dem Spiel gestanden, sich einer regelmäsigen Nachsn-chung, die am Ende nach eigensinniger Willkühr zu jeder Stundebei Tag und bei Nacht wiederholt werden konnte, nie unter-worfen haben. ES fragte sich nun, ob zu erwarten sey, daß derGouverneur Gewalt anwenden werde, um dem Kaiser das letzteAsyl in dem kleinen Raume von wenig Fuß Länge und Breite, umihm auch noch seine paar Stunden Schlaf zu rauben. Seine In-struktionen müssen den Fall vorausgesehen haben. Keine Beleidi-gung, keine Verletzung der schicklichen Achtung« keine Barbareiwird mir unerwartet kommen.
Sonntags, den S. Mai.
Um 10 Uhr Morgens ritt der Kaiser aus — und verlies sozum erstenmale wieder das Zimmer. Der Resident der IndischenCompagnie in China war angekommcn und hatte schon längst umdie Ehre gebeten, dem Kaiser vorgesteilt zu werden. Er lies ihnrufen, befragte ihn während einiger Minuten mit vielem Wohlwol-len über verschiedene Gegenstände, dann machten wir unS auf denWeg, um Madame Bertrand z« besuchen. Der Kaiser blieb län-ger als eine Stunde; er war schwach und verändert, seine Unter-haltung schleppend. Wir kamen hierauf nach Longwood zurück undder Kaiser verlangte im Freien zu frühstücken.
Er lies unfern Wirth zu BriarS kommen, den guten HerrnBalcombc, und den Residenten in China, der noch da war; dieganze Frühstückszeit vergieng unter Fragen über China, dessen Be-völkerung, Gesetze, Gebräuche, Handel», s. w.
Der Resident erzählte, daß vor wenig Zähren zwischen denRussen und den Chinesen etwas vorgefallen sey, das wohl von Fol-gen gewesen seyn würde, wenn die Europäischen AngelegenheitenRußland nicht ausschließend beschäftigt hätten.
Der russische Reisende Kruseustern sei nämlich, bei seiner Reiseum die Welt, mit seinen zwei Fahrzeugen zu Canton vor Ankergegangen. Man habe ihm einstweilen und bis nach Einholung derVerhaltungsbefehle vom Kaiser, zugelassen, ihm auch erlaubt, dasPelzwerk, womit seine Schiffe befrachtet gewesen, zu verkaufen unddafür Thee zu laden. Diese Verhaltungsbefehle seyen über einenMonat ausgeblieben und erst, als der Herr von Kruseustern schonzwei Tage abgereisec gewesen, angekommcn; sie hatten enthalten,daß die zwei Schiffe sogleich wieder auölausen müßten, daß in die-sem Theile des Reichs aller Handel mit den Russen verboten bleibe,daß man dem Kaiser im Norden des Reichs zu Lande schon genugbewilligt habe; daß es unerhört sei, wenn er noch ein Mehreres im