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I So fuhr der Gouverneur fort, unS täglich und auf alle Art »uI »erfolgen, ob ich gleich nichts weiter davon erwähnt habe. Nicht
! etwa weil ich mich daran gewöhnt hätte, sondern vielmehr weil die
> Unannehmlichkeiten, die für unS aus seiner schlechten Laune entstanden,
! zu der Masse der übrigen Leiden sich nur wie Kleinigkeiten vrrhiel«
ten. Und in der Thai! was konnten sie auch anders im Verhält,nisse gegen unser großes Elend seyn?...
^ Dringt man ganz in alle Schrecknisse unsrer Lage ein, so er«f blickt man mich wahrscheinlich für immer auf eine wüste Strecke»
! 2060 Meilen vom Daterlande entfernt, auSgcsetzt, und in ein Ge«
! sangniß, unter einen Himmel, in ein Klima, aus einen Boden,
> die uns allen ganz fremd sind, beschränkt. So erblickt man mich,wie ich, ein Lebender schon in den Tiefen des Grabes wandlr, demeinzigen wahrscheinlichen Ende aller dieser Uibel. Ich habe meinWeib, meine Kinder, meine Freunde verloren, ob sie schon nocham Leben sind; aber ihr Universum ist nicht mehr das meine, undfolglich der Gemeinschaft mit dem menschlichen Geschlcchte entrissen.
Jeder Mensch, der dieses ließt, seine Meinung, sein Vaterland,sein angeborneS Wesen sey, welches cs immer wolle, wird michgewiß bedauern, wird sich bei der traurigen Lage, in der er mich! erblickt, zum Mitleid hingerissen fühlen — und doch hätte er Un-recht — er soll mich bald beneiden! —
Wessen Herz schlagt nicht bei gewissen Handlungen eines Ale-xanders oder eines Cäsars? — Wer bliebe wohl ganz unbewegt,wenn er einem Denkmale Karl des Großen nahe steht? Von wel«chem Werrhe müßte es uns nicht seyn, wenn wir nur einzelneWorte — oder Stimmlauce von Heinrich l V. vernehmen könnten?
? Wohl denn! Bei der mindesten Spur einer moralischen Niedergc-
! schlagcnheit, bei dem leisesten Gefühle, daß mein Geist der Erbe«
^ bung bedürfe, rief ich, Geist und Herz von jenen schönen Gedanken
E und Gefühlen voll, aus: „Ich besitze dies alles und unendlich mehr!
! Es sind nicht bloße Täuschungen, nicht bloße geschichtliche Erinne«
rungen, ich bin ihm nahe dem großen Manne, der so unendliche- Wunder vollbracht hat — er lebt! Täglich, augenblicklich kann
i ich nach meinem Gefallen die Züge des Edlen betrachten, dessen
j Wink Schlachten ordnete und der Reiche LooS entschied, ich sehe
! seine erhabene Stirn geschmückt mit den Lorbccrkränzen von Rivoli,
^ von Marengo, von Austerlitz, von Wagram, von Jena, von Fried«
lanb; ich kann sie erfassen diese Hand, die so viele Sccprer führte,!! so viele Kronen verthciltc, die Fahnen von Arcolk und von Lodi
! hielt, und in einem feierlichen Momente einer in Thränen zerstic»
i ßcnden Gattin die einzigen Beweise der Schuld ihres Mannes zu«
i rückgad; ich höre sic, die Stimme des Mannes, der bei dem