Druckschrift 
10 (1824)
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

106

„Der Gouverneur könne mir nach seinem Belieben meinen Bedien,ten nehmen, solle aber die Müde sparen, ihn durch einen andernnach seiner Wahl zu ersetzen. Ich lerne jeden Tag mehr mich vonden Genüssen des Lebens loözumachen, daher würde ich auch nölhi.genfalls mich selbst zu bedienen wissen. Diese Entbehrung mehr,sey ganz und gar nichts gegen die Leiden, die er unausgesetzt überuns verhänge."

Nun begann über diesen Gegenstand ein gewaltiger Wechsel vonZuschickungen und Briefen. Sir Hudson Lowe schrieb zwei- bisviermal des Tags an den wachthabenden Offizier, um mich ebenso oft durch diesen zu beschicken. Er begreife, wie er sagte, dieSchwierigkeiten gar nicht, die ich mache, und könne sichs gar nichtrinbilden, was ich gegen einen Bedienten, den er mir zusendc, ein.

wenden könne_ Der, den er für mich ausgesucht, sey gewiß

eben so gut wie der andere. — Sein Anerbieten, ihn für michauszusuchen, sey seiner Seics nur eine Aufmerksamkeit gegenmich u. s. w.

Mir lhat es leid, daß der arme Offizier so oft hin und hergehen mußte, und Ich selbst hatte es herzlich satt. Ich bat ihnalso, um seine Füße zu schonen, den Gouverneur zu versichern,daß ich ihm nie etwas anders antworten würde, als daß er mirwohl meinen Bedienten nehmen könne, aber nicht dran dfnken solle,daß ich je seinen, den er mir ausgesucht habe, annehmcn würde,so wie er denn auch eine solche Garnison bei mir allerdings mitGewalt aber nie mit meiner eignen Zustimmung einlegen könne.Doch hatte man wahrend dieses Hin« und HerredenS meinen Be»dienten kommen lassen, ihn ausgefragt, einmal aus dem Dienstegenommen, dann mir wieder zugeschickt, und endlich ihn ganz vonmir abgeholt.

Ich erzählte alles dieses dem Kaiser aufs genauste, und er gabmir vollkommen Recht, daß ich nicht, wie er sich ausdrückte, einenSpion unter uns gelassen habe. „Da aber, fuhr er auf eine höchstverbindliche Art fort, Ihre Aufopferung für alle von Nutzen ist,so ist eS billig, daß Sie nicht allein darunter leiden. Lassen Siesich also meinen Bedienten, den Gentilini, kommen, und den Dienstbei Ihnen mir antrecen. Er wird entzückt seyn, noch ein paarNapoleons mehr zu verdienen. Sic brauchen ihm nur zu sagen,daß ich es befohlen habe." Gentilini kam gleich herzlich froh zunur, aber noch an demselben Abende sagte mir der arme Junge,daß es nicht schicklich sey, wenn der Diener deö Kaisers einemPrivatmann bediene!!!... Und der Kaiser trieb nun dir Gefällig-keit so weit, daß er Gentilmi selbst kommen lies, und ihm denBefehl dazu mit eignem Munde gab.