Druckschrift 
10 (1824)
Entstehung
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irrigen Behauptungen dcS Lord Whitworch, so wie die schändlichenAnführungen, welche Lord Casrlereagh über Napoleon im offnenParlamente oder in andern öffentlichen Versammlungen vorgebracht,endlich die verfälschten Urkunden, in Folge deren man Murats Ab.setzung ausgesprochen, und die einige und zwanzig Ablaügnungen,derer sich Lord Bathurst in der Pairskämmer nicht geschämt hat,liegen hier vor mir. Die Falschheit der mchresten von ihnen waraller Welt hier in St. Helena klar, und setzte sogar Sir HudsonLowe in Verlegenheit re. Ich bleibe mithin bei meinem Glauben,biö ich durch hinreichende Beweise eines Andern überzeugt werde.

Mittwochs am 13. November.

AlS ich am heutigen Morgen bei dem Kaiser einen Augenblickunbeschäftigt war, betrachtete ich die große Uhr von Friedrich demGroßen, welche am Kamine hängt. Der Kaiser äußerte bei dieserGelegenheit: „Ich habe sehr kostbare und rheure Andenken in mei»neu Händen gehabt. Ich besaß den Degen Friedrich deö Großen,die Spanier brachten mir den Degen Franz i. in die Tuilerien.Die Huldigung war groß, sie mußte ihnen viel kosten. Und habennicht die Türken und Perser mir Geschenke mit den Waffen ge«macht, von denen sie behaupteten, daß sic Gengiskann, Tamerlan,Schach-Nadir und wer weiß wem sonst gehört hatten? Ich glaubeaber allerdings, daß daran nichts wahr gewesen seyn mag, als ihregute Absicht."

Ich äußerte hierbei zuletzt, wie ich- mich sehr wundern müsse,daß er nichts dafür gethan habe, des großen Friedrichs Degen zubehalten. „Ich hatte ja meinen eignen," antwortete er mit demsanftesten Tone der Stimme und seinem ganz bcsondern Lächeln,indem er mich ganz leicht inS Ohr knipp, und in der That erhatte Recht, ich sagte ihm damit etwas sehr Einfältiges.

Späterhin kam er von neuem darauf zu sprechen, daß er beiseiner Wiedervermählung eine Französin hierzu hätte wählen wollenund auch sollen. „Das wäre höchst national gewesen, sagte er, Frank»- reich war groß und sein Monarch mächtig genug, und dieser brauchtemithin keine Rücksicht auf das Ausland zu nehmen. Zudem ist dieBlutsfreundschaft unter Fürsten keine hinreichende Schutzwehr, wennpolitische Interessen in Frage kommen, und veranlaßt sogar indieser Beziehung nur zu oft moralische Abscheulichkeiten in denAugen des Volkes. Hicrnächst wird dadurch eine Fremde mit denStaatsgeheimnissen bekannt, sie kann dieselben mißbrauchen, undwer dann auf seine Verwandten im Ausland rechnet, steht lrichtlichüber einem durch Blumen verborgenen Abgrunde. Mit einem Worte,