Druckschrift 
10 (1824)
Entstehung
Seite
34
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Schelde und drei Stunden von ihrer Mündung gelegen, wurdedazu gewählt und die Arbeiten begannen sofort. Sie wurden je-doch in der Folge beschränkt und das Ganze wegen der langenZeit, die zu dessen Ausführung ersoderlich gewesen wäre undder ungeheuren Kosten, welche dieselbe verursacht haben würde,vertagt.

7.) Die großen und unermeßlichen Arbeiten zu Anrwerxen. —Diese, ungefähr zwanzig Stunden von dem Meere entfernte undvon demselben durch eine wegen ihrer vielen Krümmungen undsonst sehr beschwerlichen Fahrt getrennte Stadt, schien die erforder-lichen Eigenschaften eines g'üten Marine-Arsenals durchaus nichtdarzubieten. Es befanden sich daselbst nur einige geringe Vor-richtungen für die Handelsschiffahrc. Eine Flc te, welche daselbsterbaut wurde, konnte nur mir der größten Mühe den Strom hinabfahren und wäre gegen die Gewalt der Ströme und Unternehmun-gen des Feindes wenig geschützt gewesen. Sie mußte iibrigens fastEin Drirtheil des Jahres unbenutzt bleiben, da die Herannahungdes Winters und das Eiü sie nöthigte, den Strom hinauf zu gehen,um Schutz gegen die Gewalt und daS Eis des Stromes zu suchen,weil eS noch keine schiffbaren Bassins gab. Doch alle diese Hin-dernisse waren nichts in den Augen Napoleons. Bei seiner Un-geduld de» Engländern die Gefahr der Schelde empfinden zu lassen,da sie selbst so oft gesagt hatten, daß sie ihnen furchtbar seynkönnte, befahl und wollte Napoleon: und in weniger als acht Jah-ren hatte Antwerpen ein Marine-Arsenal von der größten Wichtig-keit und die Schelde trug eine bedeutende Florte. Zu alledemmußte jedock erst der Grund gelegt; alles mußte ganz neu geschah ,sen werden. Die Magazine aller Art, die Duais, die Werfce u. s w.Für den Augenblick wurde für die Schiffe eine Zuflucht gegen das 'Flußeis im Rüpel gefunden, wahrend man nun in der Stadt selbst kzwei große, zur Aufnahme völlig ausgerüsteter Schiffe jeden RangcS tgeeignete Bassins grub. Zwanzig Schiffsbau-Räume erhoben sich !wie durch Zauberei in einer Linie und zwanzig Schiffe, die zugleich kauf diesen Wersten lagen, zeigten dem Reifenden, der von Teie-de-Flandres her kam, daS erhabene Schauspiel von zwanzig gleicheiner Escadron aufgestellten Linienschiffen. DaS Mehreste von die-sen Dingen erschien jedoch Napoleon nur noch wie ein vorläufigvom Handel entlehntes Werk. Er hatte die Absicht, ein vollstän-diges viel größeres Arsenal im Angesichte Antwerpens auf dem Tele-de-Flandres gegenüber gelegenen Ufer zu errichten. Ja, anfänglichhegte er selbst den kühnen Gedanken, über diesen schwer zu behan-delnden Fluß eine Brücke zu schlagen, entschied sich jedoch nachherfür sehr sinnreich erfundene fliegende Brücken. Der Kaiser Ham