ihn ja zum Ausgehen zu veranlassen. Es sey sicher, darüber warenwir beide einig, daß er sich auf eine schreckliche Weise verändere,und er, der Dokter, versicherte, daß eine so völlige Ruhe, nach sovieler Thätigkeit, ihm höchst nachtheilig werden könne, daß dannjede ernstere Krankheit, welche die Beschaffenheit des Klima oderjeder andere natürliche Zufall so leicht hervorbringen könnte, gewißtödtlich seyn würde. Die Worte des Doktors und seine Aengstlich-keit haben mich sehr gerührt. Von dieser Zeit an konnte ich in
ihm das wahrhafte 2nteresse schon erkennen, das er nachher sosehr bewiesen hat.
Um 6 Uhr lies mich der Kaiser rufen. Er war im Bade undlitt vielleicht noch mehr als gewöhnlich. Das sey, meinte er, wohleine Folge des gestrigen Ausganges. Das Bad bekam ihm gut,er befand sich etwas besser daraus und las ziemlich lange Zeit indem Werke über die Gesandtschaftsreise des Lords Macartney nachChina, wobei er denn im Hin- und Hergehen sich über mehreredort erwähnte Gegenstände äußerte.
, Nun legte er sein Buch weg, um zu sprechen, und da war
denn die Lage unsrer Kriegsgefangenen in England zufällig ein Ge-k genstand der Unterhaltung.
!; 2ch will was er heuce und andere Male hierüber sagte, hier
zusammenfassen.
Der schnelle Bruch des Friedens von Amiens, welcher unterso elendem Vorwastde und auf so unredliche Weise von Seitender englischen Minister statt fand, mußte den Ersten Consul, denman sonach zum Besten halte, sehr beleidigen, und die Wegnahmemehrerer Handelsschiffe, welche vor erfolgter Kriegserklärung ge-schah, ihn im höchsten Grade erbittern. „Auf meine lebhaften Re-klamationen, sagte der Kaiser, antworteten sie ganz kalt, das seyso ihr Gebrauch, sie Härten es immer so gehalten. Das hatte nunschon seinen guten Grund; aber es war nicht mehr die Zeit, woFrankreich dergleichen Ungerechtigkeiten und Erniedrigungen unge-ahndet hingehen lassen konnte. 2ch war der Mann, der dessenRechte und Ruhm zu vertreten hatte und vollkommen dazu geneigt,unsren Feinden zu zeigen, mit wem sie jetzt zu thun hätten. Un-glücklicher Weise brachte cs hier unsre gegenseitige Lage mit sich,daß ich eine Rechtsverletzung nur durch eine andere noch größererächen konnte. Dergleichen Repressalien, die an eigentlich unschul-digen Personen verübt werden, sind eine traurige Zuflucht; aber eSblieb mir dabei keine Wahl übrig.
„Sobald ich also die auf meine Beschwerden eingegangene spöt-tische und beleidigende Antwort gelesen hatte, gab ich, noch mitten inder Nacht, den Befehl, in ganz Frankreich und auf jedem von