gelegenheit aus, wenn dem Kaiser ein Bad verschafft werden soll.So geht es ohngesähr mit jeder Art von ärztlicher Hülfe. DerDoktor sprach gestern in Gegenwart des Kaisers von Droguerie,von Instrumenten, von nothwendigen Heilmitteln, fügte aber beijeder Sache hinzu: Unglücklicherweise kann man das hier nichthaben. „Man hat also, sagte der Kaiser zu ihm, als man unShieher schickte, sich doch wohl verbindlich gemacht, daß wir uns unun-terbrochen hier wohl befinden werden." In der That fehlt cS andenunbedeutendsten und doch unentbehrlichsten Dingen. Der Kaiser hat,um sein Betre warmen zu lassen, dazu kein anderes Mittel gefun-den, als eine von seinen großen silbernen Kugeln, welche be-stimmt waren zu dem Warmhalten der Schüsseln bet der Tafel,herzunehmen, ein Loch hinein zu machen, und sie mit Kohlen anfüllcnzu lassen. Seit zwei Nächten entbehrt man etwas Weingeist, umdamit daS nölhige Getränk zu wärmen.
Der Kaiser litt heute abermals wahrend des ganzen Tages. DerBacken war sehr geschwollen, aber der Schmerz minder heftig. Ich fandihn bei dem Feuer sitzend, und die Kriege der Gallier in Italienvon Servan lesend. Er kam dabei auf den Gedanken, unfern, fürSoldaten vom Handwerke, so kostbaren italienischen Kapiteln nocheiniges hinzuzufügen, und lies deshalb die Charte dieses Landesherbciholen. AIS ich jetzt meine Verwunderung äußerte, daß der
Verfasser, der bis auf unsre Zeiten kömmt, und selbst die FeldzügedeS Kaisers schildert, das Terrain so wenig beschreibt, und eSsogar nicht sehr zu kennen scheint, sagte er: „Er wird cs vielleichtdurchreiset haben, ohne cS kennen zu lernen, und hat eS wohlselbst dann nicht errakhen, als er es sah, während das Geniegroßer Unternehmungen und bedeutende Erfolge hauptsächlich darin-nen bestehen, daß man die Kunst besitze, das Terrain zu errathen,ohne es gesehen zu haben re."
Der Kaiser mußte sich, wie gestern, zeitig zu Bette legen. Erhatte ohne Zweifel Fieber, denn er fror sehr. Seit gestern halteer nicht», alS etwas Suppe gegessen, und war zu einer Art Schwin-del geneigt. Sein Bette sey schlecht gemacht, die Decken nichtrecht gelegt, nichts in Ordnung, sagte er, und versuchte nun AlleSübel und böse zurcchcbringen zu lassen, dabei bemerkend, daß Alles,was er um sich habe, nur darauf berechnet sey, daß er sich stetsin voller Gesundheit befinde, und niemand habe einige Erfahrung,jeder werde sich sehr linkisch anstellen, wenn ihm einmal eine schwereKrankheit zustoßen sollte rc.
Er lies sich Thee von Orangcnblättern aufgießen, worauf erlange Zeit mit einer Geduld wartete, deren ich gewiß nicht fähiggewesen wäre.