, — 11 —
zur Schande gereichen würde; Ke solle die Jntrigueomacher »ndZwischenträger sortschicken; er sey gewiß, daß man ihr dergleichenDinge nicht zumuthen werde, daß kein Meusch daran denke, sieans Frankreich forrzuschicken, oder sonst ihre Ruhe zu stören, unddaß er äußersten Falles die Bürgschaft für sie übernehmen wolle w.
Gegen Abend legte sich der Schmerz und der Kaiser konnce
schlafen. Er mochte viel gelitten haben; seine Gesichtszüge warensehr verändert.
' Sonntags den 27. -Oktober.
Der Kaiser brachte den ganzen Tag auf seinem Kanapee oderauf seinem Lehnstuhle am Feuer zu. Er hatte wenig geschlafen,t eben so sehr als gestern gelitten und nicht gegessen. Seine Kops-» und Zahnschmerzen waren überaus heftig,, der Fluß hatte sich um
i nichts vermindert. Er brauchte wieder seinen gewärmten Flanell
I und die Servietten, wie gestern, und sagte, als er mich sah, daß^ ihm das so gut gethan hätte. Ich begann, sie ihm wieder zu
wärmen und aufzulegen; er schien davon gerührt zu seyn, lies ei-l nigemale seinen Arm auf meine Schultern fallen, «nd sagte wieder-holt: „Mein Guter! Sie thun mir wohl!" Der Schmerz verrin-gerte sich ein wenig, und er schlummerte einige Augenblicke; dannöffnete er die Augen, und fragte: „Habe ich denn lange geschlafen,H haben Sie sich recht schön gelangweiit?" und nun nannte er mich^ seinen Bruder Krankenpfleger, den Maltheser-R i cterj auf St. Helena. Da fetzt der Schmerz wieder heftiger als
^ jemals wurde, lies er den Arzt kommen. Dieser fand, daß er
ii Fieber habe; der Frost von gestern stellte sich wieder ein, und er
! sah sich genöthigt, näher ans Feuer zu rücken.
So gieng es den ganzen Abend. Gegen 7 Uhr sprach er oomzu Bette gehen, und da er nicht essen wollte, so machte er sichl selbst Brodwafser, lhac Zucker und Orangenblüthen hinein, und! Brod, das sein Kammerdiener rösten mußte.
Unter mancherlei flüchtigen Gesprächen habe ich einige Worteüber die Zmmoralität aufgefaßt: „Die Immoralitäc, sagce der Kni-fft, ist ohne Zweifel die schlimmste Neigung, die man an einemFürsten finden kann. Durch ihn wird sie zur Mode, man macht» eine Ehre daraus, um ihm zu gefallen, alle Laster vergrößern sich,I alle Tugenden, die ganze menschliche Gesellschaft wird verpestet; sie
- ist das größte Unglück eines Volkes. Die öffentliche Sittlichkcic
§ hingegen ist die natürliche Erfüllung aller Gesetze, und selbst für§ sich ein besonderes Gesetzbuch." Er versicherte hierbei, daß dieRevolution doch, bei allen ihren Greueln, die eigentliche Ursache zu