Druckschrift 
10 (1824)
Entstehung
Seite
8
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„Die Völker deS Großherzogthums wünschen Polens Wieder»Herstellung. An ihnen ist es die Wege zu bahnen, aus welchendann die usurpirrcn Provinzen ihren Willen aussprechen können.Das Gouvernement des Großherzogihums muß, sobald eS nur dieUmstande erlauben, die losgerissenen Glieder ihres unglücklichen Va-terlandes unter dem Panier der Unabhängigkeit sich consödcrirenlassen. Wenn es aber unter Rußlands oder -Oesterreichs Herrschaft be-findliche Polen gicbt, welche sich weigern, zu dem Mutterlande zurück-zukehrcn, darf man sie kcinrswegcs dazu zwingen wollen. Polenmuß seine Kraft eben so sehr in seinem Gemeingeiste und seinerVaterlandsliebe finden, alS in den Einrichtungen, welche das neueScaalsband gründen werden.

„Der Gegenstand Ihrer Sendung ist also dieser: die polnischenPatrioten aufzuklärcn, zu ermuthigen und ihre Operationen zu lei«ten. Sie haben dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten vonIhren Verhandlungen Rechenschaft zu geben, dieser wird mir denErfolg anzeigen, indessen ich von Ihnen Auszüge Ihrer Berichteerwarte.

„Das Unglück und die Schwäche der Republik Polen wurdedurch eine Aristokratie herbeigeführt, welche weder Ordnung nochMäßigung kannte. Damals, wie noch jetzt, war der Adel mächtig,die Klasse der Bürger unterwürfig und daS Volk galt für nichts.Aber bei allen diesen Unordnungen hatte diese Nation doch eineLiebe zur Freiheit und Unabhängigkeit, welche ihr schwaches Daseynlange aufrecht erhielt. Dieß Gefühl muß mit der Zeit und durchdie Bedrückung sich verstärkt haben. Die Vaterlandsliebe ist de» Po-len, ja selbst den Individuen großer Familien angeboren, und derKaiser wird das Versprechen, welches er im 25. Artikel des Trak-tats vom 9. Iuly 1807 gcthan hat, daß das Großherzogchumdurch Constitutionen, welche seine Freiheit und die Privilegien desVolkes sichern, regiert werden soll, so weit sich solches mit der Ruheder Nachbarstaaten verträgt, ohne alle Einschränkung halten. Polenwird unabhängig und frei seyn, und die Dahl deo Souverainsdurch einen Tractat bestimmt werden, den Sr. Majestät mit denübrigen Mächten abschließcn wollen. Sr. Majestät machen keinenAnspruch auf Polens Thron, weder für sich noch für Ihre Familie.Sie haben bei dem großen Werke der Wiederherstellung dieses Reichskeine andere Absicht, als das Glück der Polen und die Ruhe vonEuropa. Sr. Majestät bevollmächtigen Sie hiermit, diese Erklä-rung zu machen und zwar in aller Form, sobald Sie es den In-teressen Frankreichs und Polens angemessen finden.

„Sr. Majestät haben mir besohlen, Ihnen diese Note mitIhrer Instruktion« wovon Dieselbe» Kcnntniß genommen haben« zu