Druckschrift 
10 (1824)
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

einen prekären und lästigen Besitz. Dieses Bruchstück von Polenbringt dasselbe mit Preußen.Oesterreich und Rußland in ein unan-genehmes Verhältnis Aie haben diese Ideen noch mehr zu ent-wickeln und die Frage in dem Sinne aufznstellen, wie sie am 17ienin Ihrer Gegenwart im Kabinette des Kaisers verhandelt wurde.Sic werden das Dresdner Kabinct nicht geneigt finden 2bnen großeEinwürfe zu machen; es hac in seinen diplomatischen Mittheilun-gen zu mehrern Malen die obigen Bemerkungen gemacht, und esist mithin keineswegcs von irgend einer Zerstücklung der Staatendes Königs von Sachsen die Rede.

Nach einem kurzen Aufenthalte in Dresden werden Sie 2hrtAbreise nach Warschau melden, wo Sie dann neue Be-fehle des Kaisers zu erwarten haben.

Set Kaiser!. Majestät bittet den König von Sachsen Sie beiseinen Polnischen Ministern zu accrcditiren.

2n Warschau werden Sie mit dem Kammerherrn des KaisersPrinzen *** und dem General *** im Einverständnisse handeln.Beide stammen von den berühmtesten Polnischen Hauser» ab; siehaben versprochen, den Einfluß, den sie bei ihren Mitbürgern be-sitzen, dahin zu verwenden, daß sie solche geneigt machen, zu derUnabhängigkeit und dem Glücke ihres Vaterlandes nach Kräften bei-zutragen. Es muß nun 2hr Bestreben seyn, dem Gouvernementdes Großherzogthums einen solchen 2mpuls zu geben, wodurch diegroßen Veränderungen vorbereitet werden, welche der Kaiser zuGunsten der polnischen Nation bewirken will.

Es ist nothwendig, daß die Polen die Absicht des Kaisersunterstützen und selbst das 2hrige zu ihrer Wiedergeburt beitragen.Sie haben die Franzosen hierbei nur als mächtigeGehülfen zu betrachten.

Der Kaiser verkennt die Schwierigkeiten nicht, welche er beider Wiederherstellung Polens finden wird. Dieses große politischeWerk stehc allerdings mit den scheinbaren und gegenwär-tigen 2nteressen seiner Alliirten im Widerspruch.

Die Wiederherstellung Polens durch kaiserlich französische Waf-fen ist eine gewagte selbst gefährliche Unternehmung, wobeiFrankreich zugleich gegen Freunde und Feinde ankämpfen muß.Hierüber noch einiges Nähere:

Die Absicht des Kaisers geht dahin, wo möglich ohne Krieg,Polen mit seinem ganzen älter n Gebiete, oder mit ei-nem Th eile desselben zu organisiren. Um zu diesem Zweckezu gelangen, haben Se. Majestät 2hren Ambassadeur zu Peters-burg sehr ausgedehnte Vollmachten erchcilt, haben einen Negocia-teur mir dem Aufträge »ach Wien geschickt, mit den vornehmsten