Druckschrift 
2 (1823)
Entstehung
Seite
107
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Aiiiscrln Ioscphine unter der solennen Form: Ll-x'-ime <?e cstör«i^o»5e! gerichtet wirren. Außerdem handelte eS von Spionen undAgenten, mit deren Hülfe der Kaiser bis in das Innerste allerHäuser in ganz Frankreich und in das Dunkel der sämmtlichc Ca-bincuc von ganz Europa geblickt haben sollte. Der Kaiser wolltenichts weiter davon hören und hieß mir daS Buch wcgwcrfen, in-dem er sagte:Das ist doch gar zu dumm!"

Es ist eine ausgemachte Sache, daß Napoleon, in seinen Pri-«ntbcstehiingcn mit der Kaiserin Zosephine, nie das ganz bürgerli-che Du ausgegcben und an Marie Louise niemals anders als:>»cine kleine gute Louise! geschrieben hat.

Nach der Schlacht bei Friedland habe ich zu Saint-Cloud, indu Kaiserin Zosephine Händen, die erste zusammenhängende Schriftdes Kaisers gesehen. Es machte ihr Vergnügen,' sie unö gleichHyrogliphcn zu entziffern und sie enthielt folgendes:Meine Kin-der haben neuen Ruhm über meine Laufbahn verbreitet; FricdlandM in der Geschichte neben Marcngo, Austerlitz und Iena stehen.Du wirst die Kanonen lösen und Cambaccrcs das Bulletin ausge-bk» lassen. " Späterhin wurde mir durch eben diese Gunstdas Glück zu Theil, einen Brief von seiner Hand nach dem Frie-de» von Tilsit zu sehen. Er besagte:Die Königin von Preußenist in der That sehr reizend, und ganz überaus freundlich gegenmich. Allein sei deshalb nicht eifersüchtig. Ich bin eine Wachs-leilnvand, über die alles leicht hingleitet. Es würde mir thcuerzu stehen kommen den Galanten zu spielen."

Bei dieser Gelegenheit wurde damals in dein Salon der Kai-serin Ioscphine erzählt: Es habe die Königin von Preußen einesehr schöne Rose in der Hand gehabt und der Kaiser sic darumgebeten. Die Königin habe einige Augenblicke gezögert und sieihm dann mit den Worten gegeben:Warum bin ich nur so leichtbereit Ihnen zu geben, da Sie doch so unbiegsam sind, wenn ichSie um etwas bitte." Sie spielte damit auf die Festung Magde-burg an, um welche sie den Kaiser dringend ersucht hatte.

Das sind denn also die Beziehungen und die Art der Gesprä-che, welche die englischen Schrisrstcllcr einer gewissen würdigen Gat-luug, ohne zu erröchen, in dem Grade entstellt haben, daß nachihnen der Kaiser wie ein stolzer, unbändiger und ungeschliffenerTyrann erscheint, der bereit ist, mir Hülse seiner Mamelucken, jenerschönen Königin selbst unter den Augen ihres unglücklichen Ge-mahls Gewalt anzuthun.

Was nun die großen Spionir- und Polizeianstalrcn betrifft, wo-von man so vielen Lärm gemacht bat, so frage ich, welcher Staatm>f Lern Concincnt sich wohl rühmen kann, hierbei weniger als das