Druckschrift 
2 (1823)
Entstehung
Seite
91
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den Schutz berufte, der eine feierliche Capinilation für ihn enthielt»ivormich Schweigen und Vergessenheit für alle politische Meinungemund Handlungen bedungen worden war. Wenn er dann nochfiel, so geschah es doch wenigstens durch offenbare Verletzung derheiligsten Rechte, im Angesicht aller Nationen. Er wäre als eimgroßer Mann gestorben, hätte die Theilnahme aller Edlen mit insGrab genommen, und seine Henker mit Schmach und Schandebedeckt. Aber ein solches Verhalten war wohl über seine morali-schen Kräfte. Ney ist der tapferste Mann von der Welt, aber dasist auch Alles."

Es ist gewiß, daß Ney mit völliger Ergebenheit für denKönig Paris verlies. Er wendete erst um, alS er sah, daß allesverloren sei. Wenn er dann im entgegengesetzten Sinne sich eifrigzeigte, so war cs nur, weil er wohl fühlte, daß er der Verzeihunggar sehr bedürfe Nach seinem bekannten Tagsbefehle schrieb erdcm Kaiser, daß das, was er eben gcthan habe, vornämlich indem Interesse seines Vaterlandes geschehen sei, und er nur, weiler ihm, dem Kaiser, nicht angenehm seyn könne, bitten müsse,ihm zu gestatten, daß er sich zurückziehen dürfe. Der Kaiser lieöihm antworten, daß er kommen möchte, er werde ihn, wie nachder Schlacht an der Moskwa, bei sich aufnehmen. Als nun Neyvor dcm Kaiser erschien, und wiederholt äußerte, daß dieser, nachdem, was zu Fontainebleau vorgcfallen wäre, Verdacht gegen seinetreue Ergebenheit haben müsse, und daß er also ihn um keinenandern Posten, als um eine Grenadierstclle bei seiner Garde bitte,reichte der Kaiser statt aller Antwort ihm die Hand, und nannteihn den Braven der Braven, wie er das oft that. Später sagteer zum Kaiser

Der Kaiser verglich die Lage, worinnen Ney war, mit derjeni»gen, in welcher sich Turcnne einstmals befand. Ney war zuvertheidigen, Turennes Verhalten lies sich schlechterdings gar nichtrechtfertigen, und doch wurde ihm verziehen, er kam selbst zuEhren, und Ney wird wahrscheinlich sterben müssen.

Turcnne, sagte er, commandirte im Jahr 1649 die Armeedes Königs; Anne von Destreich, die Regentin des Reichs, hatteihm dieses Commando übertragen. Er leistete den Eid der Treue,verführte aber dennoch die Armee, erklärte sich für die Fronde,»nd ging auf Paris los. Aber sobald man erkannte, daß er desHochverrachs schuldig sei, wurde er von der Armee, die ihreThar bereute, verlasse», und flüchtete zu dem Fürsten von Hessen»UM der Gerechtigkeit zu entgehe»,