. Wurmser schickte schiiell eine ziemliche Anzahl Reiter nach alle»Richtungen auö und zweifelte gar nicht, daß der köstliche Fanggelingen werde. „Aber, sagte der Kaiser, ich muß ihm die Gerecht. rigkeit wiedersahren lassen, er befahl streng, mich nicht zu tödten,i oder mir sonst ein Leid zuzusügen." Durch die Schnelligkeit deSPferdes und seinen Glückstcrn wurde der junge Feldherr gerettet.
! Man wird bald sehen, wie sehr die neue von Napoleon ins Anwendung gebrachte Art Krieg zu führen, alle Welt in Erstaunensetzte. Kaum war der Feldzug eröfnet, als auch schon die Lom-s bardei nach allen Seiten hin mit Truppen überschwemmt war undman, mitten zwischen feindlichen Partheien sich bereits mit den^ Laufgräben von Mantua beschäftigte. Der Lbergrneral craf in derGegend von Pizzighitone einen dicken deutschen Hauptmann oderObersten, den man eben gefangen hatte. Es fiel Napoleon ein-einige Fragen an ihn zu thun. „Nun wie gehn denn die Affai»reu?" sagte er zu ihm. „Ach, sehr schlecht, antwortete jener
^ ohne Napoleon zu kennen- ich weiß nicht was noch daraus werdeni soll; kein Mensch begreistö. Man hat uns geschickt, daß wir uns, mit einen' jungen Maulaffen schlagen sollen. Und der greift uns^ nun an, bald rechts, bald links, bald von vorne, bald von hinten,man weiß gar nicht, was man anfangen soll. Die Manier ist! ganz unausstehlich. Mir Ists eben recht, daß meine Sache zuEnde ist."
Napoleon erzählte ferner, daß er einst, nach einem der größer»
; Gefechte in Italien, über ein Schlachtfeld ging, von dem man diel Leichen noch nicht weggebracht harte. „Es war Heller Mondschein,sprach er, als in der stillen Einsamkeit der Nacht plötzlich eini Hund unter den Kleidern eines Leichnams hervor auf unö zufuhrl und fast eben so schnell mit kläglichen' Geheul nach seinem Lagerzurückkehrte. Bald leckte er das Gesicht seines Herrn, bald stürzte. er wieder auf uns los, als ob er zugleich Hülse fordern und Rachei nehmen wolle. War es nun augenblickliche Stimmung, war es derOrt, die Stunde, die Zeit, die Scene selbst, oder was sonst —kur; ich kann versichern, daß auf keinem Schlachtfelde jemals etwasi einen so tiefen Eindruck auf mich gemacht hat. Unwillkührlichblieb ich stehen, das Schauspiel zu betrachten. Dieser Mensch,
' sagte ich mir selbst, hat vielleicht Freunde im Lager oder in seiner! Compagnie, und liegt dennoch hier verlassen von Allen, nuk von'.seinem Hunde nicht! Welche Lehre giebt unö die Natur durchdieses Thier! —
„Was ist der Mensch! Wovon hängen die Bewegungen sei-l ms Herzens ab! — Ich'habe, ohne gerührt zu sepn, Schlachten! Keordnet, die das Looö der Armee entscheiden sollten -— habe mitL.CafisTageb. 2 ,Bd» 6