„Inzwischen lieS die allgemeine Stimmung eine unvermeidlicheund nahe Katastrophe vorhcrsehen. Man prophezeihte den
Bourbons das Schicksal der StuartS, und Ich laS mit meiner Frau
m jedem Abend die von Hume beschriebene Geschichte jenermerkwürdigen Epoche. Wir hatten bei Karl dem Ersten angefangen,und Ew. Majestät erschienen schon, ehe wir noch biS an Jacobden Zweiten gekommen waren. (Hier konnte sich der Kaiser desLachens nicht erwehren.)
„Ihr Marsch und Ihre Ankunft, fuhr ich fort, waren für unS
ein großer Gegenstand der Freude und der Angst. Ich war weit
davon entfernt, das ehrenvolle freiwillige Exil zu ahnen, das die Fol-gen hiervon für mich erzeugt haben, und das, weil ich Ew. Majestätdamals noch wenig bekannt war, auch nur durch die aus diesenEreignissen selbst entstandenem Verhältnisse herbeigeführt werdenkonnte. Wenn ich daS kleinste Amt unter der Regierung deSKönigs bekleidet, wenn man mich nur oft in den Tuilerien gesehenHütte, was doch so ganz unschuldig und legitim geweftn wäre, sowürde ich gewiß nicht so bald vor Ew. Majestät erschienen scyn.Nicht daß ich mir Vorwürfe gemacht hätte, oder meine Gefühlefür Sie minder innig gewesen wären, sondern bloS darum, weilich nicht für ein HoftMeubcl angesehen seyn wollte, oder für einenMenschen, welcher der Macht Weihrauch streut, wo er sie nurerblickt. Ich hätte meine Anstellung erwartet, anstatt mich eifrigdarum zu bewerben. Aber jetzt fühlte ich mich so frei, alles warIn mir in so vollständiger klebercinstimmung, daß cs mir vorkam,«iS ob ich an jenem großen Ereignisse Theil nehmen müsse. Ichbeeilte mich also, Ew. Majestät gleich bei Ihrem ersten Erscheinenunter die Augen zu treten, ich fühlte, daß ich ein Recht an IhreGnade und ihre Gunstbezeugungen hatte. Nach Ihrer Rückkehrvon Waterloo trieben mich gleiche Gefühle und gleicher Eifer zuIhnen hin, und ich habe Sie seitdem nicht wieder verlassen. Wasmich damals anzog, war Ihr öffentlicher Ruhm, jetzt würden Ihrepersönlichen Eigenschaften dieselbe Kraft äusscrn, und wenn eS michwirklich damals einige Aufopferung kostete, so fühle ich mich jetztdurch das Glück, Ihnen dieses sagen zu können, hundertfachbelohnt.
„UibrigenS würde eS mir schwerlich gelingen, den Eckel anEen Dingen zu schildern, der mich während Ihrer zehnmonatli-chen Abwesenheit befallen hatte; diese gänzliche Verachtung derMenschen und der Eitelkeit dieser Welt, diese gewaltsam zerstörtenTrugbilder. Alles erschien mir farbenlos, alles wie geendet, undals ob es nicht verdiene, daß man noch den geringsten Werthdaraus lege. Ich hatte während meiner Emigration das Ludwigs-