Unannehmlichkeit, weil es doch nur durch die eignen Comblnatio»neu des Kaisers geschehen wäre, der nicht der Mann darnachwar, sich mißbrauchen ru lassen.
Die Kaiserin saßte sür die Herzogin von Montebello eine wahr,hast zärtliche Zuneigung. Diese konnte Königin von Spanienwerden. Nach dem Beispiele deS Prinzen von Baden, der Mllelde BeauharnaiS geheirathet hatte, bat Ferdinand vik. zu ValanceyNapoleon um die Hand der Mlle. de Tascher, leibliche CousineIosephinens, und ihre Namens-Schwester. Der Kaiser, der schondamals an seine Trennung von Zoscphincn dachte, schlug es ab,weil er durch dieses neue Band die Schwierigkeiten nicht nochmehr häufen wollte. Spater bat Ferdinand um die Hand derHerzogin von Montebello oder jeder andern Französin, die derKaiser an Lochterstelle annehmen wolle. Diese Mlle. de Lascherist dieselbe, welche der Kaiser später an den Herzog von Arem,berg vermählte, in der Absicht, sie zur Gouvernantin der Nieder»lande zu erheben, um Brüssel wegen des Vcrlusts seines ehema-ligen Hofes zu entschädigen. An des Grafen Beauharnais Stellewollte der Kaiser den Grafen von N-arbonne, der bei der Ver-mahlung der Kaiserin mitgewirkt harte, annchmen, Marie Louisewar darüber aber so betrübt, daß eS der Kaiser unterließ. Uibri»genS beruhte diese Abneigung der Kaiserin nur auf Hosintriguenihrer Umgebungen, die von Beauharnais nichts zu befürchten hatten,aber Narbonne's Geist und Einfluß sehr scheuten.
2m Allgemeinen pflegte der Kaiser, wie er uns sagte, wenner kitzliche Stellen zu besetzen hatte, seine Umgebungen nachPersonen dafür zu befragen, und nach den Listen und Nachrichten,die er sich dadurch verschaffte, überlegte er dann insgeheim seineWahl. Er nannte uns einige von den Damen, die man ihm zurDberhofmeisterin vorgcschlagen hatte, es waren die Prinzessin deVaudemont, eine Madame de la Rochefoucault, die dann Madamede Castellancs ward, und mehrere andere. Dann fragte er uns,wenn wir wohl selbst vorgeschlagen hätten, und bei dieser Ge-legenheit ließen wir einen großen Theil des Hofstaats die Mu-sterung passiren. Bei dem Namen der Madame de Montesquieu,den einer von uns nannte, antwortete er: „DaS will ich wohlmeinen, aber sie hatte einen noch bessern Posten. Das ist eineDame von seltnem Verdienste. Ihre Religiosität ist aufrichtig,ihre Grundsätze sind trefflich. Sie hat sich hohe Ansprüche aufmeine Achtung und Zuneigung erworben. Hätte ich zwei wie sie,ich hätte ein halbes Dutzend gehabt, ich hätte sie ehrenvollangestcllt, und noch mehrere mir gewünscht. 2» Wien hat siesich gegen meinen Sohn trefflich betragen."