qnffen clwaö gewinnen kenne. Jene war stets auf der Seite derWahrheit, ihr erstes inneres Gefühl war die Negative, diese wußtenicht, was eine Lüge sei, jeder Abweg war ihr fremd. Die crstercbat ihren Mann nie um etwas, aber sie war überall schuldig, diezweite trug kein Bedenken, ihn zu bitten, wenn sic nichts mehrbesaß, doch kam dieses sehr selten vor, sie hatte nie geglaubt, daßinan etwas kaufen könne, ohne cs auch sogleich zu bezahlen.Uibrigcns waren alle beide gut, sanft, und ihrem Manne sehrergeben. Doch schon lange hat man sie errathen, und wer sie jesah, erkennt in ihnen die beiden Kaiserinnen.
Der Kaiser sagte, sie seien stets von gleich guter Laune undi der größten Gefälligkeit gewesen.
Die Vermahlung mit Marie Louise ward zu Fontainebleau un-- mittelbar nach ihrer Ankunft daselbst vollzogen. Der Kaiser, alleEtikette bei Seite stellend, fuhr ihr entgegen, und stieg verkleidetin ihren Wagen. Höchst angenehm überrascht war sie, als sie ihnj erkannte. Man hatte ihr stets gesagt, daß Berthicr, mit dem siein Wien durch Procuration vermahlt ward, in Gestalt und Alteri dem Kaiser vollkommen ähnlich sei. Sie ließ fallen, daß sic einenI sehr angenehmen Unterschied finde.
E Der Kaiser wollee ihr alle die Kleinlichkeiten der Haus-Etikette,die bei solchen Gelegenheiten üblich sind, ersparen. Uibrigcns hatteman in Wien sie darinn aufs vollkommenste unterrichtet. DerKaiser fragte sie, was ihre verehrten Eltern in persönlichem Bezugauf ihn ihr für Instruktionen gegeben hatten. 2hm ganz anzugc«hören, und in allen Dinge» zu gehorchen, war ihre -Antwort, undi zugleich für den Kaiser die Lösung von allen Gewissensfragen, nichtaber die Entscheidung gewisser Cardinäie oder Bischöfe, wie mans damals erzählte. Uibrigcns handelte Heinrich iv. im gleichenj Falle eben so.
Der Kaiser erzählte weiter, daß seine Vermählung mit Marie^ Louise an demselben Tage und unter denselben Formen und Be»r diugungen, wie die von Marie Antoinette, deren Ehekontrakt man^ dabei zum Vorbild genommen habe, geschlossen worden sei. Seitder Trennung von Ioscphine hatte man mit den» Kaiser von Ruß-land wegen einer von dessen Schwestern unterhandelt. Nur religiöseBeziehungen hinderten den Abschluß. Als Prinz Eugen mitSchwarzenberg schwatzte, erfuhr er von diesem, daß der ostreichischeKaiser nicht abgeneigt scyn werde, seine Tochter Napoleon zurGemahlin zu geben. Er theilte dies dem Kaiser mit. Man beriefeinen Staatsrath, ui» abzuwägen, welche Verbh^kdung, die mitRußland oder Dcstreich die vorrheilhafteste seyn würde. Engenund Tailyrrnd waren für Ocstreich, Eambacercs dagegen. Die Ma