auf dem Kanapee. Seine Frau und die beiden Mädchen von heute 'früh waren uni ihn her. Der Maskenball fing recht schön wieder 'an. Man sprach abwechselnd, was man nur wußte, und kam da«bei auf Romane. Das eine der Mädchen hatte Mathilde von Ma-dame Cottin gelesen. Das war eine Freude, als man erfuhr, daß zder Kaiser diesen Roman kannte. Ein dicker Engländer mit einem fviereckigen Gesicht und, wie es schien, ein wahres iNm>w,
der mit beiden Ohren recht ernsthaft zuhörte, um sein Bischen >Französisch auch anzubringcn, wagte endlich die bescheidne Frage ,an den Kaiser, ob die Prinzessin, Mathildens Freundin, die doch 'so einen ganz vortrefflichen Charakter habe, wohl noch am Lebe» :scyn möchte. Der Kaiser antwortete ihm mit recht feierlichem ;Ernst: „Nein, mein Herr, die ist rodt und begraben." Er glaubteman treibe seinen Spas mit ihm, wie er mir nachher sagte, als er lnun bemerkte, daß bei dieser unglücklichen Nachricht die Thräncn in ^den großen und derben Augen deö großen und derben Gesichtes standen, i
DaS eine der Mädchen äußerte sich nicht weniger naiv — nur fwar es freilich bei ihm verzeihlicher. Indessen sah ich wohl, daß lman hier nicht eben stark in der Zeitrechnung scyn müsse. Bei ,dem Durchblättern der Estelle von Florian, wobei sie zeigen wollte, idaß sie französisch lesen könne, kam sie aus Gaston de Foix und >als sie sah, daß er General genannt war, fragte sie den Kaiser,ob er mit ihm zufrieden gewesen wäre, ob er bei allen Schlachtenmit heiler Haut weggekommen sei und ob er denn noch lebe? —
Sonnabend, den 21. Oktober.
Am Morgen kam der Admiral, dem Kaiser aufzuwarcen. Erklopfte an die Thür, und wenn ich nicht bei ihm gewesen wäre,so hätte er sich genöthigt gesehen, selbst aufzumachc'n: sonst stündeder Admiral noch draußen.
Alle zerstreute Mitglieder unsrer kleinen Colonie kamen eben« :falls aus der Stadt und wir waren auf einem Augenblick alle bei- ^sammen. Zeder erzählte von zahllosen Leiden und der Kaiser cm« ^Pfand die sei.ugen um so schmerzlicher,
Sonntag, den 22. bis Dienstag, den 24. Oktober.
Es schien, als ob die englischen Minister, als sie die Rechteder Gastfreundschaft verletzten, die wir mit so großem Vertrauen in eAnspruch genommen hatten, nichts gespart hätten, um diese Ver- ^letznng zugleich recht bitter und recht empfindlich werden zu lassen. 'Alst sie uns an daS Ende der Welt unter lauter Entbehrungen lversetzten, uns die schlechteste Behandlung erdulden, an allein New