1^0
große» Raume zu bcstimntter Stunde erreicht oder entrisst. DerKaiser war aus dem Vordertheil, um das Land zu sehen undglaubte eS zu Micken. 2ch sah gar nichts. Die ganze NachtLiber blieb das Schiff bcigelegc.
Sonntag, den 15. -Oktober.
So wie es Tag wurde, sah ich ohne Mühe die 2nsel undzwar sehr nahe schon. 2hr Umfang schien mir schon recht bcdeu.
tend. Aber sie verkleinerte sich sehr, je näher wir kamen. Sic-
benzig Tage nachdem wir England und hundert und zehn Tagenachdem wir Paris verlassen hatten, werfen wir nun gegen Mittag
dort Anker. 2ezc erreicht er den Grund und daS ist der erste
Ring in der Kerte, welche den neuen Prometheus an seinen Felsenschmiedet. Eine große Menge von Schiffen unsrer Eskader, welchevon uns abgckommen waren, oder die wir alS zu langsame Seglerhinter unö gelassen hatten, waren schon cingelaufen; sic warenschon seit mehreren Tagen angekommen und es ist dieß ein Be-weis mehr von der großen Unsicherheit der Berechnungen auf dem Meere.
Der Kaiser zog sich gegen seine Gewohnheit zeitig an und kamauf das Verdeck. Er war auf dem Vordertheil, um das Ufer inder Nähe zu sehen. Man bemerkte eine Art von Stadt, die inungeheure, öde und kahle Felsenmassen cingezwängt ist, welche sichbiS in die Wolken erheben. 2ede obere Fläche, jede -Oesiuuig,jede Spitze war mit Kanonen bepflanzt. Der Kaiser übcrlief daSGanze mit seinem Augenglas. 2ch stand ihm zur Seite und be-trachtete unaufhörlich sein Gesicht. Nicht den geringsten Eindruckkonnte ich darauf wahrnehmcn und doch war es von nun an, viel-leicht auf ewig, sein Kerker! Vielleicht selbst sein Grab! — WaSblieb nun mir zu suhlen oder zu sagen wohl übrig? —
Bald darauf ging der Kaiser auf sein Zimmer, lieS mich rufe»und arbeitete mit mir wie gewöhnlich.
Der Admiral, welcher schon zeitig anS Land gegangen war,kam um 6 Uhr ganz ermüdet zurück. Er hatte alles Ocrtliche inAugenschein genommen und glaubte zwar etwas Passendes gefundenzu haben, allein c§ waren Herstellungen nöthig, die vielleicht zweiMonate auchalten konnten. Drei Monate hatten wir schon in uns-rem hölzernen Gefängnisse zugcbracht und gleichwohl verlangten die2nstruktionen der Minister, daß wir so lange darinnen noch zurück-gehalten werden sollten, bis unsre Hast zu Lande in Ordnung seynwürde. Der Admiral — man muß ihm Gerechtigkeit wiedersahrcnlassen — hielt sich einer solchen Barbarei nicht für fähig, er kün-digteuns vielmehr mit einem gewissen unverkennbaren innen: Wohlbeha-gen an, daß er cö auf sich nehme, uns morgendes Tageö auszuschiffen.