Mittwoch/ am 21. Juni.
Von gestern Abend an und während der ganzen Nacht ist dieNational-Rcpräsentarion / sind ihre bestgefinntcsten und einflußreich-sten Mitglieder durch gewisse Personen bearbeitet worden, die, wennman ihnen glauben darf, authentische Dokumente und halboffi-zielle Schriften vorgezeigt haben; nach welchen Frankreichs Wohl,wie sie sagen, nur allein durch die .Abdankung des Kai-sers gesichert werden kann.
Heut früh war diese Ansicht so fest geworden, daß sie unwi-derruflich schien. Der Präsident der Versammlung, die erstenMänner des Staats, die besten Freunde des Kaisers kommen undbeschwören ihn, Frankreich durch seine Abdankung zu retten. DerKaiser, obgleich nicht ganz überzeugt, antwortet mit Scelengriße.Er dankt ab!
Rings um das Eliss'e verursacht dies eine ungehem-e Bewegung.Die Menge drängt sich und bezeugt die lebhafteste Thcilnahme.Viele Einzelne dringen herein, selbst einige ans den untersten Klas-sen, indem sie über die Mauern klettern. Einige weinen, andremachen dem Kaiser, der ruhig im Garten spazieren geht, mit fastwahnsinnigem Geschrei Anerbietungen aller Art. Nur der Kaiserallein bleibt ruhig, und antwortet stets, daß man diesen Eifer, dieseZuneigung lieber für das Wohl des Vaterlandes anwenden möge.
Ich stellte ihm die Deputation der Repräsentanten vor. Siedankten für seine Ergebenheit an die Sache der Nation.
Die Schriften und Urkunden, welche einen so großen Eindruckgemacht und daö heutige große Ereignis herbeigeführt haben, sol-len, wie man sagt, aus regelmäsigcn Mittheilungcn zwischenFouchs und Metternich bestehen, in welchen letzterer, Napo-leon dem Zweiten, im Fall der Abdankung des Kaisers, die Regie-rung garantirt. Diese Mittheilungcn seyen ohne Wissen Napo-leons schon lange fortgesetzt worden.
ohne große Uibcrlcqung hingeschrieben hatte, rief er heftig aus!„O! Sie Abscheulicher! Was haben Sie da geschrieben! Strei-chen Sie aus. streichen Sic es gleich aus. — Ein Tag des Epe-ronS! — Welch ein Irrthum! welche Berläumdung! — EinTag deS Epcrons! wiederholte er. Ach! armes Heer! brave Sol-daten! Ihr habt euch nie besser geschlagen als eben da!" lindnach einer Pause von einigen Augenblicke» fing er wieder mit ei-nem Tone an, dessen Ausdruck etwas ticscreS ahnen ließ. „Wirhaben erbärmliche Menschen unter uns gehabt! Möge der Him-mel es ihnen vergeben. Aber Frankreich! wird cs sich je wiedererheben! ?"