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Nachtr., 1 (1825)
Entstehung
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Hat wohl dtr neue Herr Minister in der erste» Nacht ein Äugezugethan? War am folgenden Morgen sein Gang noch der vorige?War sein Kopf noch so gesenkt, als bisher; sein Blick so liebevoll,sein Mund noch eben so lächelnd? Hatte er noch ein Gedächtnisfür seine alten Freunde, besonders für diejenigen, welche ihm irgendeinen Dienst geleistet haben? — Ich begegne eines Tages demFreunde eines neuen Ministers und mache ihm meinen Glückwunsch.Kopfschüttelnd dankt er mir; er war noch nicht vorgelassen worden.Nur Geduld! sage ich zu ihm. Einige Zeit nachher sah ich ihnwieder und zwar ganz traurig, verdrießlich, aufgebracht. Es warkeine Antwort erfolgt, er hatte ihn weder sprechen »och Zutritt betihm erlangen können. Sein Freund, der Herr Minister, beobachtetedas tiefste Stillschweigen. — Scyn Sie nicht unbillig, das liegtin der Natur der Sache. — Er schreit dennoch laut, — HörenSie mich einen Augenblick nur an.

Lieben Sie den Champagner? — Scherzhafte Frage Hierbeil —Antworten Sie doch nur, lieben Sie ihn? — Nun ja doch, rechtsehr, nachdem er ist. — Wie viel Gläser bedürfen Sie, um so et-was benebelt zu werden? — Gehn Sie doch mit Ihren Fragen,ich weiß das selber nicht. — Ich will annehmen, daß Sie zehendazu bedürfen; ich traue Ihnen sonach wirklich viel zu, Sie dürfensich nicht beschweren. Nun wollen wir weiter annehmen, daß Siedie neun ersten schon verschluckt haben. Alle diese Voraussetzungenkönnen Sie sich leicht gefallen lassen. — Ich gebe daö zu, aberwir wollen, was Sie da sagen, lieber lhun. — Lassen Sie michfortfahren. Sie haben jetzt neun Gläser Champagner im Leibe.Alles fängt an sich mit Ihnen zu drehen, ihre Augen werden trü-ber, ihr Blick ist unsicher, die Gegenstände gehen durch einander.Nun komme daö zehnte Glas und nimmt mit den andern einenWeg. Von diesem Augenblicke an sehen Sie gar nichts mehr,Sie hören nichts mehr, Sie haben das Gedächtniß verloren, sindnicht mehr Sie selbst. — Sehen Sie wohl! Das Portefeuilleist das zehnte Glas Wein und würde die nämliche Wirkung hervor-bringen, wenn man cs Ihnen in diesem Augenblicke brächte.

Wir haben also Unrecht, so sehr auf die Großen zu zürnen,die wir klein, wie wir selbst sind, gekannt haben und die uns ver-gessen. Das liegt leider! in dem menschlichen Herzen. Jetzt wol-len wir von der Vergleichung, die wir gemacht haben, die wir fürrichtig halten, zu einem Zuge übergehen, der solche bestätigt.

Das Studium der Nacur zeugt, wenn eö bis zu der größtenVollkommenheit und so betrieben wird, daß der Forschende für den

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