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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Buch VI. Drittes Hauptstück.

Söhnen bringen und nahm zärtlich Abschied von ihnen').Der Kronprinz musste ihm in sein Vorzimmer folgen. Dortversammelten sich auf seinen Befehl alle in Potsdam befindlichenMinister, Hofbeamtete und Ofsiciere bis zum Hauptmanne. Erließ sich an das Fenster bringen, von dem aus er den Mar-stall übersehen konnte, befahl seine Pferde herauszubringen undverlangte, der Fürst Leopold von Dessau, als sein ältesterMarschall, und der Generaladjutant v. Hacke sollten sich jedereins derselben aussuchen und als letztes Zeichen seiner Freund-schaft bewahren. Als der Fürst ohne weitere Rücksicht einPferd wählte, sagte der König: „Sie wählen gerade dasschlechteste", und auf ein anderes zeigend: „nehmen Sie dochdieses; das ist gut, ich stehe dafür." Als die Stallbedientendiesem einen Sattel von blauem Sammet und eine gelbeSchabracke auflcgten, ärgerte sich der König darüber und sagte:„Ach wenn ich nur gesund wäre, ich wollte die Stallknechtederb abprügeln", und sich zu dem strengen Hacke wendend:„Gehen Sie doch hinunter und prügeln Sie die Schurken^)!"Den sonst selten aber in diesem Augenblicke tief gerührten Für-sten Leopold tröstete er: „Das ist der Menschen Geschick; wirmüssen alle der Natur unsere Schuld bezahlen^)."

Nachdem alle gerufene Staatsbeamtete erschienen waren,dankte ihnen der König für ihre geleisteten Dienste und fodertesie auf, dem Kronprinzen, als seinem Erben, eine gleiche Treuezu bewahren, diesem aber empfahl er eine gleiche Sorge fürdas Heer und vorzüglich für die anwesenden Officiere. Danngab er dem Kronprinzen und dem Cabinetsminister v. Podewillsein Zeichen, daß sie sich ihm nähern sollten, und sagte zu diesem,erfühle sich nicht mehr im Stande, die Regierung zu führen,habe sich daher entschlossen, sie dem Kronprinzen zu übergeben,deshalb die gegenwärtige Versammlung zusammen berufen; derMajor v. Bredow werde ihnen seinen Willen bekannt machen.Er befahl diesem, was er wegen Entkräftung nur leise sagenkönne, den Anwesenden laut zu wiederholen und übergab nun

1) Ulernoirss äs Lsrsitk II. p 235.

2) Pöllnitz üläm. II. x. 560.

Z) klemolres äs Lsreitli II. x. 296.