Unterhandlungen mit dem Kaiser.
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halte zu geben '). Doch hinderte das einen Mann von sozweideutiger politischer Gesinnung, wie Seckendorf war, durch-aus nicht, dem Könige endlich Berg zuzusagen. Noch sechsTage vor dem Abschlüsse des Vertrags versicherte der franzö-sische Gesandte Rothenburg in einer Audienz, daß Georg I. eineschriftliche günstige Erklärung wegen der Doppelheirath geben,und, um die Kriegsbesorgnisse zu heben, 80,000 Mann ausgestelltwerden sollten, Friedrich Wilhelms Lander zu schützen^). Dersonst sehr vorsichtige Ilgen wurde so eifrig, daß er (10. Oct.)zu dem kaiserlichen Gesandten Seckendorf in Wusterhausensagte: er möchte lieber auf dem Rückwege nach Berlin denHals brechen, als durch Schließung der kaiserlichen Tractatendie königliche Familie kranken und die so wichtige Doppel-heirath verhindern ^).
Dennoch brachte Seckendorf den König dahin, daß er undseine Minister Ilgen, Bork und Knyphausen den geheimenVertrag von Wusterhausen Unterzeichneten. Die Grundlagedesselben bildeten der Kronvertrag (v. I. 1700), das ewigeBündniß (v. I. 1686) und die durch des Kaisers pragma-tische Sanction (im I. 1713) eingeführte Erbfolgeordnung.Beide gewährleisteten einander alle ihre Länder und der Kaiserversprach für diesen Fall 12,000, der König 10,000 Mann,dieser doch nicht nach Italien oder Ungarn, zu stellen. Rus-sische und polnische Angelegenheiten wollten beide Mächte einan-der vertraulich mittheilen. Rücksichtlich der jülich-bergschen Erb-folge versprach der Kaiser, Alles anwendcn zu wollen, daßnach dem Abgänge der Pfalz-neuburgischen Linie das Herzog-thum Berg und die Grafschaft Ravenstein an Prcussen abge-treten werde. Spätestens binnen sechs Monaten wollte er Pfalz-Sulzbach zur Einwilligung bewegen, daß alsdann Berg anPrcussen eingeräumt würde; vermöchte er das nicht, so sollte dasganze Bündniß als nicht geschlossen zu betrachten sein und
1) Die hierher gehörigen Artikel des sonst ungcdrucktcn Vertragss. bei Förster Thl. II. S. 71.
2) Seckendorf an den Kaiser bei Förster a. a. O. S. 14S.
3) Seckendorf an den Kaiser 10. Oct. 1726 bei Förster a. a. O.
S. 151.
6. Ott.1726
2. Ott.1726