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3 (1841) Von 1688 bis 1739
Entstehung
Seite
550
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550 Buch VI. Drittes Hauptstück.

lustig zu machen'). Die Verhandlungen gingen dennoch fort,weil Seckendorf auch seinerseits Alles in Bewegung setzte, umden König für Oesterreich zu gewinnen. Er schrieb (1. Aug.)an den Hofkanzler, Grafen v. Sinzendorf: für den Fall, daßdie Sachen zu Stande kamen, würde den königlichen Mini-stern eine reelle allerhöchste kaiserliche Gnade zu versichern sein,nämlich an Ilgen, als den vornehmsten, an dessen Schwieger-sohn Knyphausen, der noch gefährlicher, und an Grumbkow,welcher den meisten Zutritt zum Könige habe. Die übrigenGenerale und Obersten, Gcrsdorf, Dänhof, Sydow, Derschauu. s- w., welche mehr als alle Minister vermöchten und derener sich zuweilen bedienen müsse, könne man mit etlichen großenunnützen Raitzen und dergleichen Waare beibehalten, da mansicher dem Könige kein angenehmeres Präsent thun könne, alswenn man ihn mit dergleichen großen Figuren erfreue, wo-durch auch Moskau, England, Frankreich, Dänemark undSchweden des Königs Gemüth gewonnen ^).

Je mehr sich die Verhandlungen ihrem Ziele näherten,je mehr der Tag ihres Abschlusses heranrückte, um so stärkerlag die Königin ihrem Gemahle an, sie völlig abzubrechen.Es war Alles vergeblich. Ergab sogar den Appellationspunktund Jülich aus, bestand aber unerschütterlich auf Berg. Secken-dorf und der Kaiser waren in der peinlichsten Verlegenheit,die Fodcrung des Königs konnte nicht bewilligt werden, dennder Kaiser hatte eben in einem geheimen Vertrage an Kur-IS. Aug. Pfalz, welches dem wiener Vertrage (y. 30. April 1725) zu-1726 getreten war, versprochen, wenn an Pfalz-Neuburg oderSulzbach die Erbfolge in Jülich und Berg streitig gemachtoder diese Länder mit Kriegsgewalt gewonnen werden sollten,sich dagegen mit aller Macht zu setzen und dem rechtmäßigenBesitzer und Erben auf so lange, bis er sie wieder erhaltenwürde, eine Residenz in Jnsbruck mit standesmäßigem Unter-

1) Seckendorf an Eugen 20. August bei Förster Urkundend. II. S. 127.

2) Bei Förster a. a- O. S. 121. Daß auch England Geld andie preussischen Minister gegeben, vermuthet Seckendorf bei FörsterThl. IQ. S. Z91. Im Juli 1726 schreibt er, England habe 2000Pfund nach Berlin geschickt; bei Förster a- a- O. S. 77.