ü40 Buck) VI. Drittes Hauptstück.
wurde der General von Seckendorf bestimmt, ein von demKönige langst geschätzter, eben so tüchtiger als unter der Maskeder Geradheit verschlagener, dabei ausnehmend gewandter, imvielfachen Umgänge mit Menschen sehr erfahrener Kriegs- und.Staatsmann. Er kannte des Königs Denk- und Handlungs- ?weise genau, war rastlos in seinen Bemühungen, scheuestkeine Anstrengung, weder Wind noch Wetter, unterzog sich .allen Beschwerden, ertrug den Mangel jetkcr Bequemlichkeit,um so viel irgend möglich immer in des Königs Gesellschaftzu sein, verstand es vortrefflich, sich in dessen viele Eigenhei-ten zu schicken, bei der Wachtparade und wahrend der Tafel,auf der Jagd und im Tabakscollegio die passenden Gelegenhei-ten zum Schweigen, Sprechen und Handeln wahrzunehmen,auch die Umgebungen des Königs für sich zu stimmen, wie erdenn kein sonst noch so verwerfliches Mittel scheuest, um seinZiel zu erreichen').
Schon seit einem Jahre hatte er den General Grumbkowdurch reiche Geschenke gewonnen, daß dieser ihm von Allem,was der König that und was am Hofe vorsiel, Nachricht gab °).Durch diesen ebenfalls sehr gewandten und hoch in der Gunstdes Königs stehenden Mann, der alle Schwachen seines Herrnvollkommen kannte und ihn danach zu behandeln wusste, suchstSeckendorf unstreitig zuerst noch vor seiner Ankunft in Berlinauf den König zu wirken, um ihm das neue Bündniß nachund nach zu verleiden und ihn unvermerkt von demselben ab- -zubringen, was auch einen nur zu günstigen Erfolg hatte.
1) Seine zahlreichen von Förster bekannt gemachten Briefe gebendie Belege zu Obigem. Einzelnes wird im weiteren Verlaufe besonders ^hervortretcn. Der Marschall Schulenburg schildert in seinem Leben I.
S. 453 Seckendorfs ausnehmende Habsucht. Sein Vetter, in dem Ver-suche einer Lebensbeschreibung des Feldmarschalls Grafen von Seckendorf
4 Thlc. urtheilt nachsichtiger. Doch verschweigt er seines Helden Fehlernicht ganz und misbilligt die von diesem angewendetcn Mittel zum Zweckezu gelangen. Hier s: Thl. IH. S. 13.
2) Seckendorf an Eugen im Juni 1726, daß er seit 2 JahrenGrumbkow gewonnen, also wahrend dieser im Zwiste mit Leopold vonDessau gestürzt zu werden fürchtete, in Försters Urkundenb. H. S. 66.Vcrgl. stlemvires cko Uareitlr I. p. 94. wo das schon steht, doch nichtgeglaubt wurde-