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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Buch VI. Zweites Hauptstück.

samkeit des wachthabenden Ofsiciers, der ihn dem Könige mel-dete. Dieser bedurfte gerade eines Vorlesers in seiner Tabaks-gesellschaft. Der Professor Faßmann, der einige Zeit dazu ge-dient, sich aber nicht langer hatte wollen als Narren mißhan-deln lassen, war (um 1732) entflohen, Graben zum Stein,zugleich Vicepräsident der Akademie der Wissenschaften, fort-während betrunken, mehrere Andere ohne Witz und Kenntnisse,nur für die platten Spaße der Gesellschaft auf einige Zeit zugebrauchen'), also musste Morgenstern erscheinen. Seine ko-mische Figur gefiel dem Könige, der bei ihm auch (mit Recht)die nöthigen Kenntnisse voraussetzte, ihm daher andeutcte, erdürfe nicht weiter reisen. Morgenstern, ein höchst gutartiger,gelehrter Pedant, der jedoch nicht die Absicht hatte, als Hof-narr seine Laufbahn zu machen, schützte seine Aussichten in Ruß-land vor, allein der König erklärte kurzhin, was die Kaiserin,könne auch er geben, verlieh ihm den Hofrathstitel, freie Woh-nung und 500 Thaler Gehalt; so musste er bleiben, fügte sich,obwohl innerlich sehr ungern, in seine Lage und hielt sich da-her auch im Ganzen, wenn er nicht, was jedoch seltener alsbei Gundling geschah, betrunken gemacht worden war, ziemlichim Ansehen").

Um die Gelehrten insgesammt auf der Universität Frankfurtlächerlich zu machen, ernannte ihn der König zum Vicekanzlerderselben und führte ihn in eigener Person durch eine Disputationein, weil ihm gesagt worden war, cs werde hier nicht genugdisputirt. Der König kam daher (10. Nov. 1737) in einemJagdwagen, neben welchem Morgenstern ritt, nach Frankfurt,besah am folgenden Tage die Messe, nahm Abends eine Musikan, welche ihm 183 Studenten brachten und ertheilte selbstden Befehl, was bei tapferm Wetzen der Hieber auf den Stei-nen und Schreien ausgerufen werden solle: „Vivat dem könig-lichen Hause, den königlichen Waffen und dem Herrn Morgenstern,

1) Man sehe über sie Flügels Geschichte der Hofnarren S. 226 ff.über Faßmann besonders S.'2Z5 ff. und Nicolai in der neuen berl-Monatschrist Mai 1807 S. 257.

2) Nicolai am angcf. Orte S. 288 gibt die genauesten Nachrich-ten über Morgenstern.