Auswärtige Angelegenh. Finanzverwalt. 327
hatte und daher- vielfach bei Staatsgeschäften zu Rathe gezo-gen wurde. Bork war ein durchaus ehrlicher biederer Mann,Feind aller Verstellung, darin das wahre Gegentheil von Il-gen, deshalb und als Militair dem Könige ungemein werth,aber als Minister der auswärtigen Angelegenheiten, was ernach Ilgens Lode (1728) wurde, seiner Stelle, wie er auchselbst einsah, unter den damaligen Umstanden, namentlich demverschmitzten kaiserlichen Gesandten Seckendorf gegenüber, nichtganz gewachsen'). Als Knyphausen seinen Abschied nahm(1739), wurde Heinrich von Podewils neben Bork Cabinets-minister. Sein Name und seine Verdienste um Preussen sindwie die Thulemeiers °) an die Geschichte Friedrichs des Großengeknüpft. Unstreitig bildet die Geschichte der Verwaltung derauswärtigen Angelegenheiten die schwächste Seite in der Re-gierungsgeschichte des Königs, wie man besonders nach IlgensTode sah. Friedrich Wilhelm besaß, wie wir weiter untennoch näher Nachweisen werden, viel zuwenig gründliche Kennt-niß der auswärtigen Verhältnisse, Ruhe und Selbstbeherr-schung, gab sich viel zu sehr seiner augenblicklichen Heftigkeitund mancherlei vorgefassten Meinungen hin, war endlich vielzu gerade und ehrlich, um es in Unterhandlungen mit Men-schen aufnehmen zu können, die um jeden Preis, ohne dieWahl der Mittel in Anschlag zu bringen, ihr Ziel zu errei-chen suchten.
Desto ausgezeichneter trat der König in Allem hervor,was er zur unmittelbaren Erhöhung der Staatsmacht, imStaatshaushalte und Heereswesen wirkte. Er hat allerdingsnicht Alles neu gegründet, er fand die Anfänge bereits vor,die hauptsächlichen Gegenstände, auf welche sich die preussischeMonarchie stützte, waren schon von seinem Großvater deutlichgenug hervorgehoben und auch von seinem Vater nicht durch-aus, wenigstens nicht in Beziehung auf das Heer, vergessenworden. Allein die eigentlich gesammte feste Einrichtung der
1) Benekendorf VI. S. 51 schildert ihn ausführlich; vcrgl. dochdie Gesch. des Staatsraths S. LZ1 u- 412.
2) Thulemeicr, Ilgens Neffe, war dem Bork an die Seite gesetzt,obwohl nur mit dem Titel als Rath. Gesch. des Staatsraths S. 2S1.