Kurland.
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bis beiden Verbündeten an die kurländischen Stände') undsuchten sie dadurch sür den Markgrafen zu gewinnen, daß ver-sprochen wurde, dieser «solle alle Schulden des Herzogthumsübernehmen. Die Polen und der König August empfandendas sehr übel. Freilich konnte gleicht der Argwohn entstehen,cs werde der Markgraf von Schwedt als Herzog von Kurland,unterstützt vom Könige Friedrich Wilhelm und dem Zaar, sichvon Polen eben so unabhängig machen, als Preusscn unterdem großen Kurfürsten. Das scheint der König August auchin einem Schreiben (v. 28. Dec. 1718) an den König vonPreusscn mit Empfindlichkeit gcäusscrt zu haben, worauf die-ser (21. Jan. 1719) erwiedcrte, er und der Zaar hätten beidem Gedanken, den Markgrafen von Schwedt mit der verwitt-wctcn Herzogin Anna zu vermählen und ihm nach des Her-zogs Ferdinand erblosem Lode die Nachfolge in Kurland zuverschaffen, nicht daran gedacht, die Rechte Polens zu beein-trächtigen, im Gegentheile, diesem größere Vortheile zu ver-schaffen , als es durch den Herzog von Sachsen-Weißenfels er-halten würde. Der König August antwortete (16. März 1719)weder er noch irgend Jemand könne die Entwürfe des Zaarsund des Königs von Preussen in Beziehung auf Kurland bil-ligen oder entschuldigen, weil sie den Unterwerfungs- und Ein-verlcibungsvcrträgen dieses Landes mit Polen zuwidcrliefen, ge-mäß deren nach dem Aussterbcn des herzoglichen Hauses alleHohcits- und Nutzungsrechte dem Könige und der Republikzuständcn. Dem Herzoge von Weißenfcls habe cs der KönigAugust nur verschaffen wollen, um den russischen und prcussi-schen Absichten zu begegnen. Die Republik würde auch denHerzog von Weißensels dem Markgrafen schon deshalb vor-ziehen, weil er ihr weniger gefährlich und lästig sein dürfte.
Da die Republik, schon um das königlich prcussische Haus nichtnoch mächtiger zu machen, diesem bisher den königlichen Titelverweigert habe, wie könne sie da hoffen, Preussen werde derErwerbung Kurlands, einer so ansehnlichen Provinz, widerste-hen. Man hoffe, Preusscn werde in Betracht der dem Kur- ,
1) Pöllnitz Mein. II. S. 161 sagt: Peter I. habe den Ständenden Vorschlag gemacht.