Druckschrift 
3 (1841) Von 1688 bis 1739
Entstehung
Seite
281
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Politik. Peter I. 28t

Verzicht auf Frankreich, für den Fall, daß der junge Lud-wig XV. stürbe, nicht gelten lassen und hielt dafür, mehr Rechtauf die Regentschaft zu haben, als der Herzog von Orleans.Das trennte die beiden bourbonischen Hauser. Die KöniginElisabeth wollte ihre beiden Söhne versorgt wissen, indem dieSöhne der ersten Ehe ihres Gemahls das Erbfolgerecht inSpanien hatten. Alberoni richtete daher sein Augenmerk aufdie Wiedererwerbung der an Oesterreich gekommenen spanischenNebenlander in Italien; dafür war, König Philipp wie dessenGemahlin. Georg I. musste an sich gegen die VereinigungFrankreichs und Spaniens in der Hand Philipps V. sein; dazufürchtete er den Prätendenten; den konnte Frankreich und Spa-nien unterstützen, allein der Herzog von Orleans musste Bei-stand gegen Spanien suchen und näherte sich England. Spa-nien allein konnte das Haus Hannover noch durch den Prä-tendenten bedrohen. Oesterreich suchte die mit so großen Opfernerworbenen italienischen Länder zu schützen; es war eben imKriege mit den Türken; so hatte der Kaiser, der Herzog vonOrleans und Georg I., und zur Erhaltung der Ruhe Europasauch die Generalstaaten wesentlich gemeinschaftliche Interessengegen Spaniens Entwürfe und schlossen wechselseitige Bünd-nisse untereinander.

Diese Verhältnisse der westlichen Staaten Europas blie-ben nicht ohne Einwirkung auf die östlichen. Unter den Für-sten seiner Zeit ragt vor Allen Peter I. hervor. Er hat einhohes Ziel, seine Nation der Barbarei zu entreissen und mit ihreine Stelle unter den gebildeten Staaten Europas cinzunehmen.Mit unerschütterlicher Willenskraft entzieht er sich den Genüs-sen des Lebens, scheut keine Anstrengung, sich Kunstfertigkeitenanzueignen, keine Beschwerden, etwas zu lernen, kein Opfer,unterrichtete Männer um sich zu versammeln, und dann miteiserner Hand sein Volk zur Bildung zu zwingen und die Machtseines Staars zu erhöhen. Er begreift, daß ohne Handel dieinnere Kraft eines Staats sich nicht entwickeln kann. Wirwissen, wie gern er einen Hafen am schwarzen Meere gehabthätte, wie er mit Karl XU. nur deshalb brach, um einen Ha-fen an der Ostsee zu erwerben. Dahin geht in Beziehung ausauswärtige Verhältnisse all sein Trachten. Er war anfänglich