Spannung zwischen. Preussen u. Schweden. 267
lins und Beobachtung der Schweden heran, so daß bald 13,000Mann die Insel bewachten').
Karl verlangte, Friedrich Wilhelm solle von der Befesti-gung der Insel Wollin Massen, weil ihm der schwedter Ver-s trag (v- 6. Oct. 1713) dazu kein Recht gebe, sonst werde erselbst sich der Plätze mit Gewalt bemächtigen und nicht mitgekreuzten Armen zusehen, wie man ihn durch Festungswerkeso eng einschlicße, daß er sich nicht bewegen könne. MehrereWochen vergingen, ohne daß er Antwort erhielt, ausser daßihm im Allgemeinen versichert wurde, er argwöhne mit Unrecht,Friedrich Wilhelm, als Freund Schwedens, werde etwas ge-gen dessen Interesse unternehmen. Der Baron Knyphausen,preussischer Gesandter in Paris, hatte hier geäußert, wenn sichFrankreich Schwedens annchmen wolle, werde sein König zu-l treten unter der Bedingung, daß man ihm Stettin lasse. In-dessen nahmen Schweden und Preussen die Vermittelung Frank-reichs an und Nottenburg, dessen Gesandter in Berlin, schlugvor, Schweden solle die 400,000 Thaler Bclagerungskosten anPreussen erstatten, dieses dagegen Stettin an Schweden oderan eine neutrale Macht übergeben, Karl aber versprechen, nichtin Sachsen einzufallen, wozu Frankreich noch die Gewährlei-stung übernehmen wolle, daß er auch Polen nicht angreifen, werde. Auch die von Preussen vorgeschlagene Vermittelung des
^ Kaisers ließ sich Karl gefallen. Friedrich Wilhelm aber erwie-
derte, er werde sich mit den nordischen Verbündeten vereinigen,wenn Karl bis zum 10. Mai nicht erkläre, weder in Sachsennoch in Polen einfallen zu wollen. Der französische Gesandtegab noch Hoffnung, diese Erklärung von Karl zu erhalten undder König von Preussen wiederholte die Versicherung seiner An-! nähme der Vermittelung Frankreichs und des Kaisers, als die-! ser ihm, wie vorauszusehen war, schrieb: es zieme sich nicht,
- daß ein fremder Fürst (Frankreich) sich in Reichsangelegenhei-ten mische; das sei des Kaisers Sacke. Der Administrator ver-langte fortwährend vergeblich die Herstellung des alten Verhält-nisses der preussisch-holsteinischen Besatzungen in Stettin. Preus-sen erklärte, den Sequestrationsvertrag nur im Interesse Schwe-dens eingegangen zu sein.
1) Ikeatr. Lurop. v. I. 1715. S. 317 u. 339.