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Buch VI. Erstes Hauptstück.
Als nun Karl auf seine Vorstellungen gegen die Befesti-gungen der Insel Wollin und auf seine Erklärung, die InselUsedom nicht entbehren zu können, keine Antwort erhielt, Prcus-sens Benehmen auch immer zweideutiger, er aber immer un-geduldiger wurde, so ließ er die Mündungen der Oder undder Peene durch seine Schiffe verschließen und landete wahrendLs. April eines starken Nebels mit 3000 Mann auf Usedom. Er ließ1715 seine Truppen, das Gewehr auf der Schulter, gegen die Stadtund die neuerbaueten Schanzen mits dem Befehle vorrücken,nichts Feindseliges zu unternehmen. Als darauf die 20 Mann !starke preussische Besatzung Feuer gab, stürmten die Schwedendie Schanzen und bemächtigten sich ihrer, wie der Stadt Use-dom und der Insel leicht. Die gefangenen Preussen wurden 'gut behandelt, mit Waffen und Gepäck nach Anklam gebracht jund dem dortigen preussischen Commandanten übergeben '). Ge- ^gen den König Friedrich Wilhelm entschuldigte sich Karl da-mit, daß Usedom nicht mit zu dem, obwohl von ihm nichtangenommenen, Sequester gehöre*) und für ihn unentbehrlichgewesen sei, um seine Truppen gehörig verlegen zu können, .jDer König von Preussen, welcher Usedortt als zum Sequester >gehörig ansah, betrachtete diesen Vorfall als Bruch desselben !und als einen sicher nicht durchaus unwillkommenen Vorwandzum Kriege mit Karl XII. Er war um so aufgebrachter dar- ,über, als ihm eben noch die Gesandten Frankreichs und Schwe-dens betheuert hatten, Karl wünsche Frieden mit ihm. Derschwedische Gesandte erhielt Befehl, die Residenz binnen 24Stunden zu räumen. Er erwiedcrte, sein Herr habe ihmdazu nur 12 Stunden Zeit gegeben*). Der General Borck 'musste die 500 Mann starke holsteinische Besatzung von27. April 'Stettin entwaffnen und als kriegsgefangen nach Berlin brin-gen*). Alle preussische Unterthanen wurden bei Lebensstrafe
1) Lambert/ IX. x. 272. Vergl. dloräberx III. x. 188 ff.
2) Es ist wirklich so wenig als Wollin in dem schwcdter Vertrage i
v. 6. Oct. 1713 genannt. ,
3) Koräbsrg III. p. 189. ^
4 ) Nachricht vom nordische» Kriege, Forts. 3. S. 204. Hieatr.