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Buch V!. Erstes Hauptstück.
sucht, wozu sie gewiß von ihren Herren keinen Auftrag hät-ten, weshalb er es auch an seinem Hofe nicht dulden, viel-mehr solchen Jntriguen und Kabalen schicklich begegnen undseinen Ministern wider solch ungebührlich Beginnen Ruhe schaf-fen wolle'). Aus diesem heftigen und wie sich spater zeigte,höchst übereilten Verfahren des Königs konnte man doch schonabnehmen, daß er sich immer mehr vom schwedisch-holsteini-schen Interesse entfernte, und der General Grumbkow warsicher nicht müssi'g, ihn noch mehr dagegen einzunehmen. Arg-25. Aug. wöhnisch ließ er unter dem Vorwände des Durchmarsches noch1714 xjn Regiment in Stettin einrücken, die Werke ausbessern, neueanlegen und Wolgast, Anklam und Demmin besetzen, wovon1. Scpt. er jedoch selbst an Karl XII. Nachricht gab mit der Erklärung,er werde die Festung mit deren Bezirk behalten, bis er seinGeld wiederbekommen, da ihm das Haus Holstein keine Si-cherheit für die Rückzahlung gewahres.
Karl XU. hatte seit dem Frieden Peters I. mit der Pforte(24. Juni 1714) keine Aussicht mehr, die Osmanen nochmalszum Kriege gegen die Russen aufregen zu können, welche im-mer mehr Fortschritte gegen Finnland machten. Der Tod derKönigin Anna (14. Aug.) raubte ihm immerhin eine Stütze,Georg I. von Hannover nahm die alten Entwürfe seines Hau-ses gegen Bremen und Verden wieder auf, Holstein-Gottorpwar von Dänemark ganz unterdrückt, Preussen schien sich Pom-merns bemächtigen zu wollen, Schweden erlag beinahe unterder Last des Kriegs. Karl verließ daher die Türkei, kam nach22- Nov. einem Ritte von 14 Lagen in Stralsund an und dachte nurdaran, seinen vielen Feinden Widerstand zu leisten und Rachean ihnen zu nehmen. Hätte er es nur über sich vermocht,dem Wunsche Friedrich Wilhelms nachzugeben und diesem Stet-tin und die Odermündungen für immer oder als Pfand zuüberlassen, so würde dieser ohne Zweifel seine mit Peter I.
1) Cosmars u. Klaproths Staatsrath S. 290. Doch wurdedas für die kaiserliche Gesandtschaft schon am 29. Dec. 1714 ausdrück-lich, für die übrigen Gesandten stillschweigend zurückgenommen.
2) Illsstr. Lursp. v. I. 1714. S. 333. Nachricht vom nordischenKriege, Forts. 1 . S. 283.