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Buch VI. Erstes Hauptstück.
Imge des Jahres 1714'). Unterdessen war Steenbock genö-16 . Mai thigt worden, Tönningen zu raumen und sich mit seinem noch1713 11,000 Mann starken Heere den nordischen Verbündeten zu er-geben. Um vor diesen Fürsten die deutschen Provinzen zu ret-ten, blieb den Schweden, welche keine Truppen weiter im Feldehatten, nun nichts weiter übrig, als sich dem Schutze des Kö-nigs von Preussen zu übergeben, um so mehr, als die Danenbereits daran waren, sich auch der Besitzungen des unmündi-gen Herzogs von Holstein-Gottorp unter dem Vorwände zu be-mächtigen, der Vormund desselben, der Administrator, sei mitSteenbock einverstanden gewesen und habe ihm freiwillig Tön-ningen geöffnet, welches die Dänen nun einschlossen ^).
Karl XII. hatte schon früher eingesehen, daß er, wenn ir-gendwoher, nur von Preussen wirksame Unterstützung hoffenkönne, und daher wiederholt Friedrich I. kurz vor dessen Todeum Beistand ersucht, zu welchem dieser vertragsmäßig verbun-den war. Nun wendete er sich auch an Friedrich Wilhelm I.und hätte es natürlich gern gesehen, wenn dieser nicht nur mit7000 Mann, wozu ihn das in Altranstädt (16. Aug. 1707)mit seinem Vater abgeschlossene ewige Bündniß verpflichtete,sondern mit seiner ganzen Macht Pommern geschützt hätte.Friedrich Wilhelm I. befand sich nach dem Abschlüsse des Frie-dens mit Frankreich zwar nicht in einer so schwierigen Lage,wie sein Vater, er konnte bald über sein ganzes von ihm so-gleich, wie wir angeführt haben, auch noch verstärktes Heergebieten, allein, wer mochte es ihm verargen, wenn er, nochdazu im Anfänge einer Regierung, welche so viel zu ordnenhatte, sehr vorsichtig verfuhr. Er allein hätte es jetzt mit dendrei verbündeten nordischen Mächten aufnehmen und Alles aufsSpiel setzen müssen für einen Fürsten, welcher seit Jahren inder Türkei war und seine Unterthanen fast sich selbst und sei-
1 ) 1-smbert^ VIII. p. 329. Es wurden zwar schon lm Decem-ber 1712 Beschlüsse gefasst die Neutralität des Reichs zu sichern, dochohne Erfolg. Das. x. 291. Vergl. die Nachrichten vom nordischen KriegeFortsetz. I. S- 154.
2) KorüberA III. p. 16.
3) Ebendas, x. 18.