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Buch VI. Erstes Hauptstück.
ren alle Vorstellungen der Generalstaaten. Der vielfache Streitund die Gewaltthätigkeiten, .welche sich der König erlaubte,machten eine Beendigung der Erbschaftsangelegenheit immerwünschenswerther. Die Generalstaaten schlugen den Weg Rech-tens vor. Der König erklärte, diesen nicht zu fürchten, wenndabei sein königliches Ansehen nicht beeinträchtiget und unpar-teiisch verfahren werde, verlangte aber vorher freien Zugang zudem manischen Archive. Er protestirte gegen den dritten Bar-rierevertrag (v. 15. Novbr. 1715), welcher einen Theil Ober-gelderns den Generalstaaten überwies '). Darüber wurde (1716)ein Grenzvertrag abgeschlossen'). Er erhob gegen Holland eineFoderung von beinahe zwei Millionen Gulden Einquartierungs-gelder aus den Jahren 1672—78 her. Die Gencralstaatenberechneten sie nur zu 70,000 Thalcrn und mit den Zinsenauf fast 1,300,000 Thalcr, worauf im Jahre 1685 der großeKurfürst bereits verzichtet. Der preussische Gesandte erwiederte,der Verzicht gehe nur die Fodcrungcn des Kurfürsten, nicht dieseiner Unterthanen an. Ueber diese und noch mehrere ähnlicheoft weit her gesuchte Anfoderungen wurde nach vielfachen Ver-handlungen und zahlreichen von Preuffen übergebenen Denk-schriften (5. April 1717) ein Vertrag geschlossen. Die Gene-ralstaaten verpflichteten sich 1,223,000 Gulden in halbjährigenAbschlagssummcn je von 100,000 Gulden zu entrichten, wo-mit sich der König begnügte'). Auch über eine provisorische,wit den Generalstaaten gemeinschaftliche Verwaltung der Herr-schaft Heerstall vertrug er sich (10. Dccbr. 1717)*). Ueberallwar Friedrich Wilhelm aufmerksam auf seine Rechte und An-sprüche, verfolgte sie unermüdlich, suchte Vorthcile zu erhalten,die sich darboten, FoVerungen nachdrücklich geltend zu machen,auch wohl mit Gewalt durchzusetzen.
1) I-ambert^ IX. x. 53.
2) Ebendas. x>. 436.
3) Dcrs. X. x. 163.
4) Ders. X. x. 174. Man vergleiche auch über diese Streitigkeitenund Verträge Friedrich Wilhelms mit den Generalstaaten lVIartiniers I.l>. 77 ff., p. 136 ff. u. 318 ff., der jedoch nicht mehr als Lamberty hat.