Erzhaus Oesterreich und der letzte König von Spanien beses«sen. Mehrere besondere Bestimmungen ordneten die Verhält-nisse der katholischen Einwohner, denen der ausschließliche Be-sitz aller Aemter bei der Landesregierung, den Standen, Obrig-keiten, Magistraten und Gerichten gesichert wurde, dann dieRechte des Landes überhaupt dem Fürsten gegenüber, dem Ver-trage von Vcnloo vom Jahre 1543 gemäß, welchen der Kö-nig zu beschwören versprach. Dagegen verzichtete der Königauf alle von ihm gemachten Anfoderungen und versprach, seineTruppen aus der Festung Venloo und dem Fort St. Michaelzu ziehen '). Damit waren alle Haupthindernisse des Friedenst.April für Friedrich Wilhelm hinweggeräumt und er schloß an dem-1713 selben Tage, wie England und die Generalstaaten, Portugalund Savoyen in Utrecht seinen besonderen Frieden mit Frank-reich, aus Grundlage des westfälischen Friedens. Ludwig XIV.trat ihm in Vollmacht seines Enkels, König Philipps vonSpanien, das spanische Oberquartier Geldern ab und erkannteihn als Fürsten von Neufchatel und Valengin, wogegen Fried-rich Wilhelm I. auf das Fürstenthum Orange nnd die dazugehörigen Güter und Herrschaften in der Dauphine und FrancheComte verzichtete und die Genugthuung der Erben des verstor-benen Prinzen von Nassau rücksi'chtlich deren Ansprüche auf dieoranischen Erbgüter übernahm. Durch einen besonderen Arti-kel erkannte Ludwig XIV. für sich und den König von Spa-nien die königliche Würde in Preussen an^).
So hatte denn Preussen an der Grenze seiner cleveschenProvinz ein ziemlich fruchtbares Ländchen mit etwa 50,000gewerbfleißigen Einwohnern erworben^), ausser den erhaltenenSubsidien freilich ein sicher sehr ungenügender Ersatz für dievielen während des spanischen Erbfolgekrieges gebrachten Opfer
1) Der Vertrag aus dem Original mit der kaiserl. Ratification vom12. Mai in den Histor.-polit. Beiträgen LH. H. S. 216. I-umdert^'1. VIII. p. 45 und V. IX. p. 4. und Vlsrtiniers 1. I. p. 70irren also, indem sie behaupten, der Kaiser habe ihn nicht ratisicirt. Ohnedie Ratification ist er bei vumont VIII. 1. p. ZZ7.
L) Vumvnt VIII. 1. x. ZZ6.
Z) S. Histor.-polit. Beiträge II. S. 236.