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3 (1841) Von 1688 bis 1739
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Staatsverwaltung.

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sich im Westen zum Ende neigte, drohete im Osten der Kriegder nordischen Verbündeten gegen Karl XII. von Schwedenweiter um sich zu greifen.

Obwohl, wie wir sehen werden, der König keinen Theilder Staatsverwaltung seinen Ministern völlig überließ, viel«mehr überall selbst, nicht nur wirksam eingriff, sondern auchnicht zugab, daß selbst unbedeutende Dinge ohne sein Wissenund Wollen geschahen, so waren doch die auswärtigen Ange-legenheiten diejenigen, welche er am wenigsten zu leiten undzu behandeln verstand.- Seiner ehrlichen, offenen und heftigenNatur widerstrebten die Schlangenwindungen damaliger Staats-weishcit, wo er nicht gerade durchschreiten konnte, Geheimnissebewahren und sich wohl gar verstellen sollte. Dazu mangelteihm noch die so nothwendige Kenntniß der damaligen Verhält-nisse der europäischen Staaten. Er sah recht gut ein, daß erin seinem Minister Ilgen, welcher schon unter Friedrich I. vieleJahre hindurch die auswärtigen Angelegenheiten geleitet hatte,einen Mann besitze, der diesem wichtigen Amte vollkommengewachsen sei'). Ilgen hatte nicht nur die nöthige Vorbil-dung, sondern auch große Erfahrung und Geschästskenntniß,war sehr schlau, ungemein vorsichtig und verstand es vortreff-lich, seine Absichten zu verstecken und alle nöthigen Mittel zurErreichung des von ihm fcstgehaltcnen Ziels anzuwenden, sichnötigenfalls zweideutig auszudrückcn, mit glatten Worten hin-zuhalten, oder dem Gegner zu entschlüpfen, ihn auszuforschen,durch die größten Verheuerungen vom rechten Wege abzulen-ken und unter den feierlichsten Versicherungen zu hintergehen.Ihm galt das Alles gleich und man hielt ihn daher mit Rechtfür falsch, allein er war unbestechlich, diente dem Interesse sei-nes Königs treu und wusste diesen zum Vortheile des Staatslange wirklich zu leiten, ohne das zu scheinen; übrigens hatteer es bei den Unterhandlungen mit Männern und Fürsten zuthun, welche noch weit weniger gewissenhaft waren, als er.Der König hatte daher, obgleich er den listigen und in mancherHinsicht gewissenlosen Mann persönlich nicht achtete, dennochvolles, durch günstige Erfolge gerechtfertigtes Vertrauen in sci-

1) Coßmar und Klaproth S. 231.

Stenzel, Gesch. d. preussischcn Staates. III. lg