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3 (1841) Von 1688 bis 1739
Entstehung
Seite
226
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226 Buch V. Zweites Hauptstück.

Ungemein viele Schwierigkeiten und mannichfachen Ver-druß verursachten ihm die Rcligions- und Kirchenangelcgen-heiten der Protestanten im Auslande und deren Zwistigkeitenin seinen eigenen Staaten. Friedrich selbst war, wie bereitsbemerkt worden, fromm und dem reformirtcn Glaubensbekennt-nisse aufrichtig ergeben '). Er schrieb dem Herzoge AntonUlrich, dem er Glück zur Vermahlung der Enkelin desselbenmit dem nachherigen Kaiser Karl VI. wünschte, er würde esgern gesehen haben, wenn diese dem Beispiele der PrinzessinKaroline von Brandenburg-Anspach (nachherigen GemahlinKönig Georgs II.) gefolgt wäre, welche die Vermahlung mitKarl ausgeschlagen, um ihrer Religion treu zu bleiben"). Erbegünstigte auch wohl die Neformirten etwas vor den Luthe-ranern ^), ohne doch diese im Staatsdienste wesentlich zurück-zusetzen, da er vielmehr fortwährend bemüht war, beide Par-teien zu vereinigen. Er selbst zeigte durch die Vermählungseiner Schwester mit einem lutherischen Fürsten, durch die Stif-tung der lutherischen Universität Halle, durch die Ceremonicnbei seiner Krönung, durch seine dritte Vermählung mit einerlutherischen Prinzessin, wie sehr ihm daran lag, vermittelstseines eigenen Beispiels zur Aussöhnung der Bekenner beiderConfessionen beizutragen. Im Auslande suchte er auch unab-lässig beiden gleichen Schutz zu gewähren, so viel er nur ver-mochte. Wir haben bereits gesehen, was er deshalb in seinenBündnissen mit Schweden (1696, 1703 und 1707) vertrug.

über Friedrich Wilhelm I. S. 156 erzählt. Der Oberhofmarschall vonPrintzcn habe unter Friedrich I. 40,000 Lhlr. Besoldung und Schuldengehabt, unter Friedrich Wilhelm I. nur 12,000 Thlr. und sei gut aus-gekommcn, doch wohl auch weil er regelmäßiger bezahlt wurde.

1) Hering, von der Religiosität Friedrichs I. in dessen Merkwür-digkeiten aus der brandenburgischcn Geschichte, Stück 46, hat die bestenNachrichten darüber zusammcngestellt.

2) Pöllnitz Mem. I. S. 462. Er hatte in die Vermählung ge-willigt unter der Bedingung der Religionsfreiheit der Prinzessin, diesich auch durch die Jesuiten von ihrem Glauben nicht abwendig ma-chen ließ.

Z) Königs Berlin III. S. 70.